Da geht uns ein Licht auf. Pistenbeleuchtung light.

Viele Pisten sind in der Nacht beleuchtet. Wieso? Weil vor allem Berufstätige erst in den Abendstunden Zeit haben, ihrem Wintersport nachzugehen. Die großen Flutscheinwerfer scheinen uns dabei selbstverständlich und eine Notwendigkeit. Ob Fuchs, Reh und Eichhörnchen über die nächtlichen Scheinwerfer erfreut sind? Wohl nicht immer bzw. wären Sie das, verehrter Leser, wenn in Ihrem Schlafzimmer in manchen Nächten immer wieder das Licht angehen würde? Aber wo ein Wille, da eine Lösung - denn Licht ist nicht gleich Licht. So gesehen im Zillertal.

Pistenbeleuchtung

Licht erhellt nicht nur, sondern kann auch blenden. Und zwar nicht nur Menschen. Foto: Shutterstock

Lichtverschmutzung

Zuerst das Einmaleins der Licht-Physik. In den letzten Jahrhunderten hat die Physik das Phänomen „Licht“ untersucht und sein Geheimnis gelüftet: Licht ist der kleine sichtbare Teil der elektromagnetischen Strahlung. Diese elektromagnetische Strahlung besteht aus schwingenden Energieeinheiten (Quanten) und wird in Wellen von einer Lichtquelle gesendet. Sie braucht eine bestimmte Zeit vom Ort ihrer Entstehung bis zum Auge des Betrachters. Und dieses Auge nimmt das Licht entweder als angenehm oder auch störend wahr. Beispielsweise mag niemand direkt in die Sonne schauen, und den Tieren im Wald kommt die Pistenbeleuchtung wohl ein wenig so vor. Zuviel Licht oder grelles Licht wird auch „Lichtverschmutzung“ genannt. Deswegen hat die Tiroler Umweltanwaltschaft ein Positionspapier vorgelegt, das neben einer generellen Beurteilung der Ausgangslage auch Vorschläge zur Art der Beleuchtung macht. Im Rahmen ihres Projektes „Die Helle Not“ befasste sich die Umweltanwaltschaft mit innovativer Pistenbeleuchtung und erstellte Qualitätsstandards für eine naturverträgliche Beleuchtung von Skipisten. Wobei aus der „Not“ eine „Tugend“ gemacht wird. Zu sehen im Zillertal.

Beleuchtung Skipiste

Dezent beleuchtet für Landschaftsästhetik, Tiere und Skifahrer. Foto: Zeller Bergbahnen Zillertal GmbH & Co KG

Planung Pistenbeleuchtung

Bei der Planung von Pistenbeleuchtungen sind folgende Punkte von immenser Wichtigkeit für eine gute Sicht und geringer Lichtverschmutzung:  Kontrast und Schattigkeit. Die Zeller Bergbahnen setzten die Vorschläge der Umweltanwaltschaft um und haben ihr Skipistenbeleuchtung  mit der ersten modernen LED-Technologie in Tirol ausgestattet. Diese trägt den aktuellsten wissenschaftlichen Erkenntnissen Rechnung und ist ein gelungenes Beispiel für eine naturverträgliche Pistenbeleuchtung bei gleichzeitiger Erfüllung der Ansprüche für das Skifahren am Abend. Dabei wurden warm-weiße LED-Lampen anstatt der üblichen Metalldampflampen verwendet. Damit die LEDs nicht in den Himmel oder horizontal in die Landschaft strahlen, dafür tragen Linsen und Reflektoren bei.  Zusätzlich wird durch ein gewieftes Blendensystem das Licht nur auf die Skipiste und kaum darüber hinaus gelenkt. Sieht gut aus, erhellt nicht ungefragt die ganze Umgebung und beschert den Tieren des Waldes eine ungestörte Nachtruhe. Klingt alles ganz wunderbar, wären da nicht die erhöhten Kosten gegenüber herkömmlicher Beleuchtung. Aber auch dafür findet man hinreichende Argumente: Naturschutz, geringere „Lichtverschmutzung“ und schönere Landschaftsästhetik, höhere Erholungswert dank besserer Optik und und und.

Letztlich ist die Lichtanlage in der Zillertal Arena ein gelungenes Pilotbeispiel für eine nachhaltige Beleuchtung im Rahmen von Umweltschutz UND Skitourismus und alleine deswegen schon eine Erwähnung wert. Es wäre ja generell zu wünschen, dass Nachhaltigkeit und Skitourismus mehr in einem Satz genannt werden können. Die erfolgreiche Umsetzung der Vorschläge der Tiroler Umweltanwaltschaft im Rahmen ihres Positionspapiers „Helle Not“ ist ein gutes Beispiel dafür.

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