Die neue Herrin über die Sommer-Bergbahnen

Maria Hofer im Gespräch mit mountain-talk.com

Führungswechsel an der Spitze der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. Nach Pfänderbahn-Chef Thomas Kinz übernimmt Maria Hofer vom Kitzsteinhorn die Verantwortung für die 61 Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. Als langjährige Marketingchefin der Gletscherbahnen Kaprun AG kennt sie sich bestens in der Branche aus und ist gut vernetzt. Bereits als stellvertretende Salzburger Landessprecherin setzte sich Maria Hofer für die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen ein. Wie sich die Salzburgerin die Zukunft vorstellt? Wir haben nachgefragt.

mountain-talk: Frau Hofer, als langjährige Marketingchefin der Gletscherbahnen Kaprun AG kennen Sie sich im Seilbahngeschäft bestens aus. Wie sind Sie dort gelandet – war das schon immer Ihr Traum?

Maria Hofer: Meine Berufslaufbahn ist eine klassisch touristische: Hotel-Rezeption, Tourismusverband Zell am See und im Destinationsmarketing der Europa-Sportregion Zell am See-Kaprun. Als leidenschaftliche Skifahrerin und begeisterter Bergmensch haben mich Bergbahnen schon als Kind angezogen. Die Chance beim Kitzsteinhorn im Marketing arbeiten zu dürfen, habe ich vor nunmehr bald 20 Jahren ergriffen, dazwischen eine Familienpause eingelegt, ein Marketing-Kolleg absolviert und seit einigen Jahren darf ich nun das Kitzsteinhorn-Marketing-Team auch leiten. Ja, und es ist nach wie vor mein Traumjob.

mountain-talk: Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer neuen Position als Leiterin der „Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen“. Als stellvertretende Salzburger Landessprecherin kennen Sie die 61 Mitglieder ja bereits recht gut. Was sind Ihre Pläne für die Zukunft?

Maria Hofer: Die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen sind eine Kooperations- und Qualitätsinitiative von Bergbahnen zur Etablierung und Stärkung des Bergsommers, die 2001 durch die engagierte Initiative von Thomas Kinz von den Pfänderbahnen und des Fachverbandes der Seilbahnen/Wirtschaftskammer Österreich gegründet wurde. Unsere Qualitätskriterien und die Maßnahmen wurden von Thomas Kinz und dem Kreis der Bundesländersprecher immer partnerschaftliche ausgearbeitet und mit Unterstützung des Fachverbandes umgesetzt. Diese Arbeit hat sich als sehr produktiv und erfolgreich erwiesen und so möchte ich es gemeinsam mit der Gruppe auch fortsetzen.

Unsere nächsten Ziele: Die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen sind eine Erfolgsgeschichte. In den vergangenen 15 Jahren wurden viele neue hochwertige und innovative Angebote geschaffen und beachtliche Erfolge erzielt. Nun fordern uns die rasanten Veränderungen zu evaluieren, ob unsere Angebote, Themenschwerpunkte, etc. zukunftsfähig sind und wo sich für die gesamte Branche neue Möglichkeiten und Wege eröffnen. Das wird sicherlich eine wichtige künftige Aufgabe, d. h. Entwicklungsperspektiven zu erarbeiten, die dem einzelnen Unternehmen bei Entscheidungen und Maßnahmen helfen. In jedem Fall soll die Qualität der Bergerlebnisse an erster Stelle stehen und dem Gast einen deutlichen Mehrwert geben. Wir freuen uns natürlich auch weitere Bergbahnen für unsere Qualitäts- und Kooperationsinitiative zu gewinnen.

Maria Hofer von den Gletscherbahnen Kaprun übernimmt die Leitung der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen.

Maria Hofer von den Gletscherbahnen Kaprun übernimmt die Leitung der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. ©Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen

mountain-talk: Inwiefern lassen sich Ihre Tätigkeit für die Gletscherbahnen Kaprun AG und die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen verbinden? Was sind dabei positive Synergien?

Maria Hofer: Als Salzburger Bundesländersprecher-Stellvertreterin arbeite ich ja bereits seit der Gründung aktiv mit. Das Kitzsteinhorn hat schon bisher von dieser Initiative stark profitiert. Die Konzeptionierung der „Gipfelwelt 3000“, unseres Sommer- und Ganzjahres-Ausflugsangebotes, hat sich stark an den Erkenntnissen und Kriterien der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen orientiert. Unser Vorstand, Ing. Norbert Karlsböck, hat diese Initiative immer zu 100 % unterstützt und gefördert, auch jetzt meine neue Rolle als Sprecherin der Gruppe.

mountain-talk: Als Marketingexpertin kennen Sie sich in der Seilbahnbranche sommers wie winters aus – worin liegen Ihrer Meinung nach die stärksten Entwicklungschancen für den Sommertourismus?

Maria Hofer: Die globalen Trends wie Urbanisierung, Digitalisierung, demographische Entwicklung in unseren Hauptherkunftsmärkten, ein erhöhtes Sicherheitsbedürfnis lassen die Sehnsucht nach Natur und vor allem nach sicheren und komfortablen Naturerlebnissen weiter steigen. Darin liegen, meiner Meinung nach, große Chancen für den Bergsommer-Tourismus, denn das bieten wir im Wesentlichen schon heute. Wir sind jedoch gefordert, uns stärker als bisher, über die Emotionen zu definieren, die unsere Gäste am Berg erwarten und auch erleben. Um das glaubwürdig und durchgängig zu vermitteln, braucht es einen Schulterschluss mit der Österreich Werbung, den LTOs und den einzelnen Destinationen - Institutionen, mit denen wir ja schon bisher kooperieren, diese Zusammenarbeit möchten wir auch weiter forcieren.

mountain-talk: Was ist für Sie das Besondere an den Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen, was hebt die 61 Mitglieder von den restlichen Bergbahnen Österreichs ab?

Maria Hofer: Wir sind eine im gesamten Alpenraum einmalige Kooperations- und Qualitätsinitiative von Bergbahnen mit dem Ziel, den Sommer auf unseren Bergen thematisch und unsere Unternehmen wirtschaftlich zu stärken. Was uns besonders abhebt und auszeichnet, ist der hohe Qualitätsstandard des Gesamtangebotes am Berg und eine zielgerichtete und professionelle Thematisierung eines Schwerpunktes, wie eben zum Beispiel Familie oder Panorama- oder Naturerlebnis und natürlich, dass wir damit überdurchschnittlich erfolgreich waren.
Persönlich fasziniert mich an der Initiative, die positive Dynamik und das partnerschaftliche und offene Miteinander und der Austausch, die es so aus meiner Sicht in kaum in einer anderen Branche gibt.

mountain-talk: Inwiefern trägt der Fachverband der Seilbahnen der Wirtschaftskammer Österreich konkret zur Förderung der Sommer-Bergbahnen bei? Und wo sehen Sie noch Luft nach oben?

Maria Hofer: Die Gruppe wurde maßgeblich vom Fachverband initiiert und in den vergangenen 16 Jahren mitgetragen. Die Zusammenarbeit hat bisher ausgezeichnet funktioniert, wir bauen auch weiter auf die Zusammenarbeit und die Unterstützung des Fachverbandes.

mountain-talk: Als Frau sind Sie zunehmend nicht mehr allein auf weiter Flur in der Seilbahnbranche – welche Tendenzen können Sie hierzu beobachten?

Maria Hofer: Dass es immer mehr Seilbahnerinnen gibt, freut mich ganz besonders, weil die Branche eine klar männerdominerte ist – natürlich auch aus der Geschichte heraus, dass Bergbahnen vorwiegend technikorientierte Unternehmen waren. Heute sind Bergbahnen moderne vielschichtige Technik- und Dienstleistungs-unternehmen und Frauen können dazu in der Regel andere Stärken und Netzwerke einbringen, die jede Branche, jedes Unternehmen und Team bereichern. In punkto Frauenanteil gibt’s in der Branche aber noch Luft nach oben.

Vielen Dank für das Gespräch und alle Gute für die Zukunft!

Beitragsbild: Ladies-Power für die Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen. ©Beste Österreichische Sommer-Bergbahnen


©Gletscherbahnen Kaprun

Maria Hofer
Marketingchefin der Gletscherbahnen Kaprun | Leiterin der Besten Österreichischen Sommer-Bergbahnen

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