Frühjahrsputz: Hang Abnutzung und Pistenpflege

Im Winter noch makellos präpariert und abgesteckt, erstrahlen die Pisten der Skigebiete im Sommer in saftigem Grün. Wo Skifahrer einen Schwung nach dem anderen in den Pulverschnee setzten, grasen nun Kühe und Schafe fröhlich vor sich hin. Als Schutzmaßnahmen unserer Umwelt, legen Seilbahnen viel Wert auf die Instandhaltung und entsprechende Bodenpflege in den Sommermonaten.  Naturliebhaber und Wanderer können bestätigen, die Betreiber der Skigebiete haben ihre Hausaufgaben gemacht.

Immer wieder geraten Betreiber von Skigebieten in Bedrängnis, die ständige Präparierung und künstliche Beschneiung der Berghänge scheinen schlecht für Umwelt und Erhalt des Bodens. Doch schon seit Jahren liegt diesen Anliegen nicht mehr nur in den Händen der Unternehmer. Gesetzliche Rahmenbedingungen sorgen für einen Ausgleich an  wirtschaftlichem Interessen und Gesundheit der Natur. „Das Bundesgesetz über die Prüfung der Umweltverträglichkeit (Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz, UVP-G 2000) unterwirft bestimmte Vorhaben, bei denen auf Grund ihrer Art, ihrer Größe oder ihres Standortes mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt zu rechnen ist, der Pflicht zur Durchführung einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP).“  So der erklärende Wortlaut zur UVP-Pflicht von Skigebieten. Vor größeren Projektumsetzungen rund um Erweiterungen und Erschließungen von Skigebieten, müssen bereits intensive behördliche Prüfungen und Genehmigungen eingeholt werden. Qualitätssicherung und Umweltschutz unterliegt also durchaus gesetzlichen Vorgaben, an die sich Skigebiete zu halten haben.

Nun wo der Frühling seine Fühler ausstreckt und die Sonne den Schnee zum Schmelzen bringt, wird es Zeit der Natur seinen freien Lauf zu lassen und sich auf den Sommer einzustellen. Die Pistenpräparierung mit schwerem Gerät sollte nur bei ausreichendem natürlichem Schneefall oder entsprechender Beschneiung erfolgen. Auch wenn manche Skigebiete noch den Anschein erwecken,  dass die diesjährige Skisaison noch weiter Wochen weiter anlaufen könnte, so wird aus Liebe zur Natur nun doch das Schlusshorn geblasen. Nur eine Piste, die mit mindestens 30cm Kompaktschnee bedeckt ist, sollte mit Pistenraupen befahren werden, da nur so der Unterboden und die Vegetation vor  mechanischen Schäden durch Pistenfahrzeuge oder Wintersportler durch dicke Schneedecke geschützt ist. Aber auch der Skifahrer selbst wird dazu angehalten, Pisten nur soweit zu befahren, wie diese auch offenkundig erlaubt sind. Sobald das Gras durchscheint und sich der Schnee leicht bräunlich von der Erde färbt, bringt das Skifahren ohnehin nicht mehr viel Freude.

Das Interesse sich am Umweltschutz zu beteiligen steht außer Frage und so überlassen Seilbahnbetreiber die Rekultivierung nicht dem Zufall. Wenn wir zurück denken an Zeiten vor dem Skitourismus, so bestellten Bauern ihre Felder und schickten ihr Vieh hinauf in die Berge, um sie dort mit den feinsten Gräsers und unberührten Almwiesen zu verwöhnen. In der Landwirtschaft stellt die Bewirtschaftung bis heute noch einen entscheidenden Beitrag zur Bodenpflege und Rekultivierung. Wo im Winter noch eine dicke weiße Schicht den Boden ziert, gewinnen weitflächige Wiesen und Wälder im Frühling Oberhand und lassen den Berghang wieder neu zum Leben erwachen. Weidevieh und Bewirtschaftung tragen dabei zu einer gesunden Vegetation bei. Dung und aber sogar  technischer Schnee tragen dazu bei, den Boden mit  wichtigen Nährstoffen zu versorgen und fördern somit die Vielfalt der Pflanzenwelt, die auch als Nahrung und Lebensraum für zahlreiche Tiere der Region dient. Erleuchten die saftigen Wiesen im Sommer, so freut sich nicht nur Mensch und Tier.

 

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