Pistenpräparierung mit GPS

Pistenpräparierung: Helden der Nacht mit High-Tech Unterstützung

Es ist schweres Gerät, das vorwiegend in der Nacht aus den Garagen kommt, um für den nächsten Tag eine optimale Skipiste auf den Berg zu zaubern. Pistenfahrzeuge sind heute High-Tech-Geräte mit ausgereiften Komponenten, von der Motorisierung bis zur Hydraulik. In den letzten Jahren kommen vielerorts zusätzlich GPS-Systeme zum Einsatz, die eine Reihe von Vorteilen, sowohl bei der Pistenqualität wie auch beim effizienten Einsatz von Energie, mit sich bringen.

Schneetiefenanzeige in Echtzeit.

Schneetiefenanzeige in Echtzeit. ©Kässbohrer

Die Technik

Wir alle kennen GPS von unseren Mobiltelefonen oder vom Navi fürs Auto. Diese Technik wird in deutlich ausgefeilterer Form auch für Pistenfahrzeuge verwendet. Für die Pistenpräparierung muss die exakte Position wesentlich genauer bestimmt werden, als bei herkömmlichen Systemen. Vor allem, wenn man bis auf wenige Zentimeter genau wissen möchte, welche Schneehöhe sich unter dem Pistenfahrzeug befindet. Zum Einsatz kommen hier Korrektursignale, welche die Genauigkeit der Satellitensignale stark erhöhen. Diese Signale kommen von eigenen Stationen am Berg. Ein Empfänger im Pistengerät rechnet nun all diese Signale zur exakten Positionsbestimmung um. Die Daten werden auch an einen zentralen Server übertragen, wo dann weitere Auswertungen durchgeführt werden können.

Erforderliche Systemkomponenten im Skigebiet.

Erforderliche Systemkomponenten im Skigebiet. ©Kässbohrer

Schneetiefenmessung

Die Grundlage für eine genaue Bestimmung der Schneehöhe ist ein 3D Geländemodell, das im Sommer ohne Schnee erstellt wird. Das System kennt nun die exakte Höhe jeder Position auf der Piste im Sommer. Wenn nun im Winter im Pistengerät die aktuelle Höhe bestimmt wird, braucht man nur noch die Differenz zur Sommerhöhe berechnen und man weiß, wieviel Schnee sich unter dem Pistengerät befindet. Für den Fahrer wird am Monitor die Piste mit der entsprechenden Schneehöhe in verschieden eingefärbten Bereichen dargestellt. Somit weiß der Fahrer genau, wo sich mehr oder weniger Schnee befindet und kann diesen nun effizient und bodenschonend verteilen.

Touchscreen in der Fahrerkabine.

Touchscreen in der Fahrerkabine. ©Prinoth / Leica Icon Alpine

Flottenmanagement

Am zentralen Server können die vom Pistengerät aufgezeichneten Informationen ausgewertet und für weitere Analysen verwendet werden, um z.B. einen genauen Arbeitsplan für den nächsten Tag erstellen zu können. Die Fahrwege und Arbeitsabläufe werden somit optimiert, der Einsatz von Schneekanonen minimiert. Dies spart Energie, Wasser und Zeit.

Auswertungen am zentralen Server.

Auswertungen am zentralen Server. ©Arena

Die Vorteile

  • Geringerer Treibstoffverbrauch durch optimierte Fahrwege
  • Zeitersparnis bei der Pistenpräparierung
  • Erhöhte Sicherheit, da der Fahrer seine Position auch bei Nebel und Schneefall genau kennt
  • Effizienter Einsatz von Schneekanonen, da vorhandener Schnee besser verteilt werden kann

All diese Vorteile wirken sich positiv auf die Umwelt sowie die Wirtschaftlichkeit des Skigebietsbetreibers aus.

Die Zukunft

Ähnlich wie beim Auto oder in der Landwirtschaft gibt es bereits erste Tests eines fahrerlosen Einsatzes von Pistengeräten. Diese Entwicklung steckt derzeit in den Kinderschuhen und wird auf einfachen Pistenabschnitten und in Begleitung eines Fahrers getestet.

Erste Schritte in die Zukunft sind gesetzt, man darf gespannt sein. Über die Weiterentwicklung mit der 3D Schneehöhenmessung berichten wir in diesem Blogbeitrag.

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