Ski anschnallen und (Kunst-)Stoff geben

Von Skihallen in Dubai hat man ja bereits gehört. Dass diese von Australien bis Litauen auf der ganzen Welt zu finden sind, tut dabei nichts zur Sache. Doch auch in schneereichen Regionen wie Österreich, Frankreich oder Italien ist der Klimawandel deutlich spürbar. Die Schneefallgrenze klettert im Jahresmittel unaufhaltsam höher. Auf künstlich errichtete Indoor-Skihänge kann man rund um die Alpen glücklicherweise dennoch verzichten.

Liftspur Geilo, Norwegen und Sonnenbichl, Deutschland.

Liftspur Geilo, Norwegen ©Mr. Snow GmbH und Sonnenbichl, Deutschland. ©Neveplast

Dry Slopes: Skifahren ohne Schnee

Kunststoff lautet das Zauberwort. Denn auf Pisten aus synthetischem Material ist das Skifahren das ganze Jahr über möglich. Diese "Dry Slopes" verfügen über dieselben Gleiteigenschaften wie natürlicher Schnee sie bietet. Egal ob Sommer oder Winter, gerade für Snowboard- und Ski-Freestyle-Events in Großstädten bieten sich textile Skipisten besonders an. In der Produktion verbrauchen sie verhältnismäßig wenig Energie. Nach dem Verteilen und Verlegen hält sich der Wartungsaufwand während des Betriebes in überschaubaren Grenzen. Mindestens zehn Jahre sind die Kunststoffmatten bei durchschnittlicher Benutzung haltbar. Sie sind wiederverwendbar und dank klar trennbarer Werkstoffe am Ende der Nutzungsdauer recyclebar.

Ski-Event im grünen Gras.

Ski-Event im grünen Gras auf der Dry Slope. ©Mr.Snow GmbH

Funktionsweise

Ob Wiese, Holz, Asphalt oder Zement: Die Kunststoffmatten sind dank modularem Aufbau schnell und unkompliziert auf allen erdenklichen Untergründen montier- und demontierbar. Egal ob bei Plus- oder Minusgraden. Aufgrund der Borstendichte und der geringen Reibung funktioniert das Material ohne Bewässerung. Auch das Einstecken von den Normen der FIS entsprechenden Stangen für Trainingszwecke ist problemlos möglich.

Der Schnee kommt in Form langer Bahnen in die Stadt.

Dry Slopes: Der Schnee kommt in Form langer Bahnen in die Stadt. ©Mr.Snow GmbH

Anwendungsgebiete

Während die wintersportbegeisterten Briten auf mehr als 150 Dry Slopes zurückgreifen können, scheint der sommerliche Skigenuss auf künstlichen Synthetikpisten hierzulande noch ein Randphänomen zu bleiben. In Städten jedoch trifft man immer häufiger auf temporäre Funslopes und Funparks. Diese werden vor allem zu Werbezwecken bei Sport-Events errichtet. Auch Langlaufbewerbe, die vor allem mit der Sprint-Disziplin langsam die Metropolen erobern, können dank dieser innovativen Technik unabhängig von Schnee und Eis langfristig geplant werden.

Die Kunststofffasern bieten einen äußerst geringen Widerstand bei besten Gleiteigenschaften.

Die Kunststofffasern bieten einen äußerst geringen Widerstand bei besten Gleiteigenschaften. ©Neveplast

Im Winter kann der gezielte Einsatz von Gleitmatten tiefergelegenen Skigebieten enorme Vorteile verschaffen und den Wettbewerb sichern. So ermöglichen die Kunststoffbahnen auch bei Schneemangel einen durchgehenden Skibetrieb. Die Beschneiung kann minimiert und Umsatzeinbußen können verhindert werden. Ein weiteres sinnvolles Anwendungsgebiet liegt in der Basis-Präparierung vielbefahrener Bereiche. Nadelöhre, Übergangswege oder tauanfällige Trassen müssen häufig mit Schnee wiederaufgefüllt werden. Oftmals ein aufwendiges Unterfangen, das gerade bei Schneemangel zur Herausforderung wird. Die Kunststoffmatten bieten hier Sicherheit für die Skigäste und schonen das Sportmaterial. Sinnvoll ist auch die Anwendung in Liftspuren sowie im nicht selten überdachten Aus- und Zustiegsbereich von Sesselliften.

Zustiegseinteiler mit besten Gleiteigenschaften auch ohne Schneedecke.

Zustiegseinteiler mit besten Gleiteigenschaften auch ohne Schneedecke. ©Mr.Snow GmbH

Fazit

Am schönsten fährt es sich mit Skiern doch immer noch auf natürlichem Schnee. Dennoch stellen die bereits seit knapp 20 Jahren vielfach erprobten Mattensysteme eine sinnvolle Ergänzung dar. Und zwar sowohl innerhalb der Skigebiete in vielbefahrenen und schwer zu präparierenden Bereichen als auch in schneearmen Regionen. So können gerade Anfänger erste Berührungen mit dem Skisport erleben und an der richtigen Technik feilen. Auch für City-Events bieten sich die Gleitmatten als sinnvolle Alternative zu künstlich angehäuften Schneemassen an. Wir sind jedenfalls gespannt, wie sich die Anwendungsgebiete weiterhin entwickeln werden.

Dry Slope Wunderwiese Schneeberg am Puchberg.

Dry Slope Wunderwiese Schneeberg am Puchberg. ©Sunkid-Neveplast

Titelbild: Skifahren ohne Berge und Schnee auf sogenannten Dry Slopes. Skistar Michaela Dorfmeister eröffnet die Kunststoffpiste in Puchberg. ©Neveplast

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