Der Funpark – Skigebiets-Qualitätsmerkmal

Früher errichteten Jugendliche eine selbst gebaute Schanze am Hügel vor der Haustüre oder am Rand der Skipiste und hofften von den Liftbetreibern nicht erwischt zu werden. Heute sieht das ganz anders aus: Man muss sich nicht mehr verstecken – die Seilbahnbetreiber bauen und betreiben die Funparks selbst.

Für Außenstehende ist kaum erkennbar, welcher Aufwand für den Aufbau und Betrieb eines Funparks erforderlich ist.

Planung und Vorbereitungen im Sommer

Vor der Errichtung eines Funparks steht immer eine detaillierte 3D Planung samt digitaler Geländevermessung. Damit man im Winter Schnee, Energie und Arbeitszeit bei der Präparierung sparen kann, wird das Gelände soweit wie möglich bereits im Sommer mittels Erdarbeiten vorbereitet. Alle Nicht-Schnee-Elemente wie Rails und Boxen werden ebenfalls bereits im Sommer hergestellt. Ein guter Funpark zeichnet sich vor allem durch das variantenreiche Set-Up aus. Da stehen dem Publikum oft über 50 verschiedene Elemente zur Verfügung: Vom Anfänger bis hin zum Profi soll für jedes Können ein attraktives Angebot im Set sein.

snowpark-planung-winter

Beschneiung

Jeder Funpark benötigt natürlich auch eine Beschneiungsanlage, damit ein rechtzeitiger und sicherer Betrieb garantiert werden kann. Hier machen sich die Geländevorbereitungen im Sommer bezahlt, da diverse Kicker und Lines nicht komplett aus Schnee gebaut werden müssen. Bei Kosten von etwa 3 Euro pro Kubikmeter Maschinenschnee kann man sich vorstellen, dass hier Sparpotential maximal ausgenutzt werden muss. Ein durchschnittlicher Funpark benötigt schon mal 40.000 m³ Schnee. Die Schneekanone oder Lanze, sozusagen das Endstück einer Beschneiungsanlage, ist nur ein kleiner Teil des Gesamtsystems. Die weiteren Komponenten sind zum Teil nicht sichtbar unter der Erde vergraben, wie z.B. Leitungen und Schächte, oder in Pumpstationen untergebracht. Speicherteiche sorgen dafür, dass zur richtigen Zeit bei kalten Temperaturen ausreichend Wasser für die Schneeproduktion zur Verfügung steht.

schnee-funpark-set-up

Aufbau

Nach der Beschneiung geht die eigentliche Ausgestaltung des Funparks entsprechend dem Aufbauplan los. Dies betrifft die Montage der Nicht-Schnee-Elemente sowie die Präparierung der einzelnen Lines. Hier kommen auch große Pistenmaschinen zum Einsatz, ohne die ein moderner Funpark gar nicht möglich wäre. Die Pistenmaschinen sind speziell für die Parkpräparierung konzipiert und ausgestattet, denn im Park stehen sie vor ganz anderen Aufgaben als auf der Piste. Entsprechend der Planungen wird nun in Maßarbeit gearbeitet. Alle Hügel müssen ausgemessen werden, genauso die Tables und die Landungen. Die Shapecrew übernimmt das Feintuning und das Abstechen des Takeoffs bei den Kickern in Handarbeit.

Wichtig dabei sind unter anderem die Abstände zwischen den Obstacles. Da muss das Pistengerät durchpassen und es muss genügend Platz bleiben, um alles präparieren zu können, auch müssen sichere Landeflächen bei Sprüngen gewährleistet sein. Ein perfektes Zusammenspiel zwischen Parkdesigner, Shaper und Pistengerätefahrer ist bei diesem Arbeitsschritt unerlässlich. Nach diversen Fahrtests, Sprüngen sowie Beschilderungen und Sicherheitschecks kann der Park eröffnet werden.

aufbau-snowpark-skigebiete

Tägliche Betreuung

Ähnlich wie eine Piste muss auch der Funpark täglich präpariert werden. Hier kommt eine eigene, professionelle Parkcrew zum Einsatz. Wenn am Abend der offizielle Parkbetrieb beendet ist, beginnt die Arbeit für die Crew. Täglich muss ein Reshape des Funparks nach Betriebsschluss durchgeführt werden. Der Feinschliff wird dann am nächsten Morgen gemacht, da der Schnee eine gewisse Zeit braucht um anzuziehen und hart zu werden. Wenn die ersten Parkgäste kommen, ist von der Arbeit und den Anstrengungen des Vorabends so gut wie nichts mehr zu sehen.

snowpark-shaping-austrian-seilbahn-partner

Kidsparks und Funslopes

Ähnlich wie ein Funpark für die Pros ist ein Kidspark für die Kinder vorhanden, die das Skifahren erst lernen möchten. Sie werden hier spielerisch an den Schnee und die Geländeformen gewöhnt. Viele Skigebiete verfügen mittlerweile über eine Funslope für Familien, Kinder und aktive Skifahrer. Hier wird die Abfahrt zu einem Erlebnis mit kreativen Elementen wie Schnecken, Wellen, kleine Brücken und Sprüngen.

Sicherheit

Bei der Gestaltung des Funparks ist die oberste Maxime natürlich die Sicherheit, ob am Element oder an den Ein- und Ausfahrten.

Aber auch für die Benützer gilt, die Sicherheitshinweise des Funparks unbedingt zu befolgen.

In den meisten Funparks sind Tafeln mit den „Park rules“ aufgestellt. Nachstehend die wichtigsten Regeln im Überblick.

  • Nehmen Sie Rücksicht aufeinander.
  • Orientieren Sie sich bei einem Kicker über den richtigen Anlauf. Am besten zunächst bei denen zuschauen, die ihn schon kennen.
  • Schauen Sie vor dem Losfahren, ob die „Line“ frei ist.
  • Fahren Sie niemals von der Seite in eine „Line“ ein, auch wenn Sie keinen Fahrer sehen, und drängeln Sie sich nicht vor.
  • Geben Sie ein Zeichen (Hand heben), bevor Sie losfahren.
  • Machen Sie nach dem Befahren/Springen den Auslauf schnell frei.
  • Passen Sie Ihr Tempo dem eigenen Fahrkönnen an.

snowpark-shaping-juming

Marketing und Social Media

Oft verfügt der Funpark eines Skigebietes über einen eigenen Internet- und Facebook- Auftritt. Hier wird die „Park Community“ über alle interessanten Themen zum Park informiert, auf Veranstaltungen hingewiesen und es werden auch tagesaktuelle Inhalte wie Fotos, Videos usw. gepostet.

Noch keine Kommentare bis jetzt

Einen Kommentar schreiben