Hier PASSiert was!

Früher waren sie gefürchtet bei Autofahrern aus dem Flachland: Die alpinen Passstraßen in den Süden. Immer der bange Blick: kommt Schnee? liegt Schnee? Braucht man Ketten? Ist der Pass überhaupt offen? Dabei hatte es doch bereits Heerführer Hannibal 218 v. Chr. mitsamt Elefanten geschafft!

Schneeräumung im Wandel der Zeit

Heute sind die Passstraßen meistens bestens geräumt und im Winter bis zu sechs Monate lang ohnehin unpassierbar. Früher barg das Wegschaffen der unendlichen Schneemassen eine enorme Herausforderung und größte Manpower von vielen engagierten Helfern. Das Schneeräumen dauerte oft monatelang. Als der Großglocknerpass 1935 eröffnet wurde, mussten rund 350 Mann ganze 70 Tage lang die Schneeschaufeln schwingen. Kein Wunder, denn durch Lawinen, Schneefall und Verwehungen können sich Schneedecken von bis zu 20 Metern Höhe auftürmen.

Mühen von damals: Schneeräumen von Hand am Großglockner.

Mühen von damals: Schneeräumen von Hand am Großglockner. ©Großglockner

1953 dann die Erlösung: Franz Wallack, der Erbauer der Hochalpenstraße entwickelt mit den Voest Stahlwerken einen leistungsstarken Rotationspflug. Statt 132 Tagen wie im Jahr 1937 war die Straße dadurch 1963 schon 276 Tage befahrbar. Bis heute sind die Rotationspflüge vom System "Wallack" für die Frühjahrsschneeräumung im Einsatz. Je 2 Maschinen beginnen dabei mit der Räumung von Norden (Fusch Salzburgerseite) und von Süden (Heiligenblut Kärntnerseite), um sich schließlich bei einem Durchstich nach ca. 15 Räumtagen im Bereich Hochtor zu treffen. Ein Rotationsschneepflug hat drei Motoren mit je 125 PS. Davon ist ein Motor zuständig für den Vortrieb und das "Abschneiden" des Schnees, jeweils ein weiterer Motor treibt das Auswerfen auf bis zu 50 m an.

Schneeräumung mit Rotationspflug.

Schneeräumung mit Rotationspflug. ©Großglockner

Präzision und Schneemassen

Der Aufwand bleibt dennoch enorm. Mittlerweile arbeiten 15 Personen an der Schneeräumung, drei Bergführer sorgen durch Absicherungsarbeiten gegen Lawinen für die Sicherheit auf dem Pass und messen den Straßenverlauf im Vorfeld aus. Die rund zehn Meter Schnee werden an ca. 25 Tagen von der 48 km langen Alpenstraße geräumt. So ist diese von Ende April/Anfang Mai bis Ende Oktober/Anfang November für den Personenverkehr einwandfrei befahrbar.

Die höchste Schneewand wurde am Großglockner übrigens mit 25 Metern gemessen. Durch eine mächtige Lawine in der Bärenschlucht hatten sich 1975 diese unvorstellbaren Schneemassen aufgetürmt.

>>> Zum zweiten Teil!

Beitragsbild: Die Großglockner Hochalpenstraße im Sommer. ©Großglockner

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