„Let it snow“

Derzeit werden im Alpenraum zahlreiche Skigebiete erschlossen bzw. verbunden. Auch im Bereich der technischen Schneeerzeugung wird einiges investiert. Die technische Beschneiung zählt heute zu den Grundlagen des Wintertourismus. Nicht nur die Garantie von optimalen Pistenverhältnissen kann gewährleistet werden, auch die Planung von Saisoneröffnungen der Skigebiete wird durch die Schneeerzeugung erleichtert.

Doch wie genau läuft das mit der technischen Schneeerzeugung?
Zur Erzeugung von technischem Schnee muss zuerst der Aggregatzustand des Wassers verändert werden. Das in den Nukleatoren gebildete Gemisch aus Wasser und Druckluft bildet in der Atmosphäre Schneekerne, auch Nukleide genannt. Mit Hilfe der Düsen wird Wasser zu feinen Tropfen, welche sich dann mit den Schneekernen (Nukleiden) verbinden.

Schneekanone (c) www.technoalpin.com

Schneilanze (c) www.skiresort.de

In der Praxis am weitesten verbreitet sind die mobilen Schneekanonen, die erstmal im Jahr 1961 eingesetzt wurden. Durch das Gebläse werden die erzeugten Schneeflocken in die Luft gewirbelt, um die Auskristallisierung der Schneeflocken zu ermöglichen. Eine weitere Möglichkeit zur Beschneiung sind Schneilanzen. Bei dieser Form der Schneeerzeugung wird die natürliche Fallhöhe genutzt, dass die Schneeflocken auf dem Weg zum Boden frieren.

Ist technischer Schnee künstlich?
Entgegen zahlreicher Spekulationen und Gerüchten werden bei der technischen Schneeerzeugung keinerlei chemische Substanzen verwendet. Der technische Schnee gilt als Nachahmung des Naturschnees und besteht somit auch lediglich auf Luft und Wasser. Der einzige Unterschied zu Naturschnee sind die eingesetzten Schneeerzeuger. Häufig wird auch der Begriff Kunstschnee als Synonym für technischen Schnee gebraucht – es gilt aber klar zu stellen, dass Kunstschnee vielmehr Theater- oder Filmschnee aus Plastik, Styropor oder ähnlichen Materialien beschreibt.

Wetterbedingungen
Auch die Wetterbedingungen und äußeren Gegebenheiten müssen bei der technischen Beschneiung stimmen. Der Lufttemperatur sowie der Luftfeuchtigkeit wird hier eine hohe Bedeutung zugemessen. In der Beschneiung wird hier der Begriff Feuchtkugeltemperatur verwendet. Er beschreibt die Relation  von der Temperatur und relativer Luftfeuchtigkeit und muss immer unter der Außentemperatur liegen. Je mehr Luftfeuchtigkeit, desto weniger Feuchtigkeit kann die Luft zusätzlich aufnehmen und desto tiefere Temperaturen werden zur technischen Schneeerzeugung benötigt. Ab einer Feuchtkugeltemperatur von -2,5°C können moderne Maschinen die Erzeugung von technischem Schnee starten. Die Faktoren der Lufttemperatur sowie Luftfeuchtigkeit spielen eine zentrale Rolle bei der Erreichung dieser Temperatur.

Wasserversorgung
In der Herstellung von technischem Schnee darf natürlich die Ressource Wasser nicht fehlen. Das Wasser wird Bächen, Flüssen, Quellen oder Speicherseen entzogen, um den großen Bedarf und die Wasserzufuhr zu ermöglichen. Auch die Temperatur des Wassers ist für eine effiziente Beschneiung von Bedeutung. Diese sollte idealerweise leicht oberhalb des Gefrierpunkts liegen. Häufig werden deshalb Kühltürme oder Speicherseen verwendet, um die Temperatur des Wassers vorzeitig zu regulieren.

Schneedepots

Schneedepot in Kitzbühel (c) www.austrotherm.at

 

Neben der technischen Beschneiung werden immer häufiger auch Schneedepots eingesetzt, um möglichst früh in die Wintersaisonen zu starten. Meist wird hier nach dem Schluss der Lifte im Frühjahr noch Schnee produziert und zusätzlich der Schnee von den Pisten an einem Depot gesammelt. Um den Schnee „haltbar“ zu machen, werden zuerst Isolationsmaßnahmen getroffen. Isolierplatten kommen zum Einsatz, ebenso wie Solifolie oder Silobälle und schlussendlich ein Vlies. Ziel ist es, mit den vorhandenen Schutzmaßnahmen die UV Strahlen zu brechen und eine möglichst gute Abdichtung herzustellen.

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