Snow-Farming – das weiße Gold

Der Begriff „Snow-Farming“ heißt übersetzt, das „Anbauen von Schnee“ und zählt in Österreichs Schigebieten nicht zum Schnee von gestern. Die Tage werden länger, die Sonne scheint und die ersten Frühlingsblumen kommen zum Vorschein. So sehr wir uns auf die wärmeren Tage freuen, heißt es auch Abschied zu nehmen von unseren traumhaft verschneiten Schipisten. Doch was passiert mit dem weißen Gold im Sommer?

Der vergangene Winter wird uns mit seinen Schneemassen und perfekten Schitagen noch lange in Erinnerung bleiben. Doch nicht jedes Jahr können sich Tourismusdestinationen und Schiliftbetreiber auf winterliche Bedingungen verlassen. Aus diesem Grund strebt man an, den verbleibenden Schnee zu konservieren. Pistenfahrzeuge bringen dazu das wertvolle Gut zu einem Schneedepot. Der gepresste Schnee wird durch Hartschaumplatten, Sägespänen oder Hackschnitzeln thermisch isoliert und durch eine Silofolie geschützt. Das Material kann somit von Wasser und Sonne geschützt werden. 70 bis 80% des Volumens bleiben durch diese Praktik erhalten. Mehrere hunderte LKW Ladungen werden dabei konserviert und warten auf einen erneuten Einsatz im Herbst.

Snow-Farming als Schneegarantie

Mit dem „Schnee von gestern“ versuchen Betreiber eine ressourcenschonende und effiziente Schneeproduktion sicherzustellen. Dass die Produktion und Lagerung der Schneemassen mit einem erheblichen Aufwand und hohen Kosten verbunden sind, liegt auf der Hand. Mehrere Zehntausend Euro verschlingt ein solches Depot, je nach Größe. Die zuständigen Betreiber der Wintersportgebiete sind sich trotzdem einig darüber, dass sich die Investitionen lohnen. Österreich ist weltweit als die Skination „schlecht-hin“ bekannt. Ein erfolgreicher Saisonstart gehört dazu und wird von Gästen und Einheimischen zelebriert. Doch was passiert wenn der Schnee ausbleibt? Damit Urlauber sorglos ihren Aufenthalt planen können, sorgt das Snow-Farming. Die Produktion von technischem Schnee ist abhängig von Temperatur und Luftfeuchtigkeit. In den Monaten von Oktober bis November ist dies jedoch speziell in niederen Lagen nicht der Fall. Der übersommerte Schnee dient somit als Abhilfe für einen erfolgreichen Start in die Ski- und Langlaufsaison.

10-jähriges Jubiläum

„Snow-Farming“  feiert in der Schweizer Schneesportregion Davos Klosters eine zehnjährige Erfolgsgeschichte. Das als Experiment begonnene Projekt verwandelte sich bis heute in ein 20‘000 Kubikmeter großes Schneedepot. Die Region gehört zu den Pionieren des „Snow-Farmings“ und bietet Trainingsmöglichkeiten für Spitzenathleten und Breitensportler. Wer im Oktober schon seine Langlaufschier aus dem Keller holen möchte – auf nach Davos!

Zukunftsperspektiven

Snowfarming wird sich in den kommenden Jahren immer weiter in den Skiregionen etablieren und an Bedeutung gewinnen. Tourismusbetriebe und Schiliftbetreiber spüren eine immer kürzer werdende Zwischensaison, denn Gäste wünschen sich einen frühen Saisonstart. Zur Sicherung des Wintertourismus und des professionellen Wintersports in unseren Breitengraden wird es auch in Zukunft – mehr denn je – notwendig sein, effektive und nachhaltige Antworten auf die verkürzten Winter zu finden. Nicht jeden Winter können wir mit solch enormen Schneemassen und traumhaften Bedingungen rechnen. Deshalb stellt Snowfarming eine praktikable und sichere Lösung dar. Wir wünschen unserem Schnee somit einen schönen Sommer.

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