Wie funktionieren Lawinenwerke?

Häufig sind im Winter Regionen in alpinen Destinationen von Lawinen bedroht. Auch wenn der Forschungsstand bezüglich Lawinen weit fortgeschritten ist und Forscher die Entstehung von Lawinen gut analysieren können, ist es noch immer kaum möglich mit Sicherheit vorherzusagen, wann und wo sich die Schneemassen loslösen.
Doch welche Möglichkeiten gibt es, den Menschen in Ortschaften, Bergsportlern sowie der bestehenden Infrastruktur, Schutz zu bieten? Oft kann man im Sommer sowie im Winter an steilen Hängen eine Verbauung erkennen – sogenannte Lawinenwerke.

Durch die Besiedelung der alpinen Gebiete und das Vordringen des Menschen in den Berg- bzw. Schutzwald, ist dessen Schutz heutzutage nicht mehr ausreichend. Deshalb müssen alternative Lösungen gefunden werden, um mit künstlichen Mitteln die Schneedecke zu stabilisieren.

Die Verankerungen und Bauwerke werden meist an besonders steilen Stellen und Handlagen in den Bergen angebracht, um die Entstehung, sowie das Abgleiten von Lawinen, zu verhindern. Der Stützverbau erbringt seine Wirkung bereits im sogenannten Anbruchgebiet einer Lawine und verhindert somit das Losreißen von Schneemassen. Durch das Abbremsen von kleinen Bewegungen im Schnee wird vermieden, dass sich eine weitaus größere Fläche losreißt. Zudem bewirken Lawinenwerke auch eine Aufrechterhaltung der Schneestabilität.

Lawinenschutzzaun im Montafoner Skigebiet (c) Böhringer Friedrich

Generell können Lawinenschutzwerke entweder aus Holz oder aus Stahl bestehen. Die Lebensdauer der Holzwerke ist im Vergleich zu Stahl kürzer. Sie werden hauptsächlich in Aufforstbereichen verwendet mit dem Hintergedanken, dass der Wald selber nach und nach die Lawinensicherung übernehmen wird. Stahlwerke hingegen weisen eine Lebensdauer von bis zu 100 Jahren auf. Ihre Höhe reicht bis zu vier Metern und sie können bis zu 2,5 Tonnen Schnee pro Quadratmeter tragen. Da die Montage aufgrund des Gewichtes des Stahls etwas schwieriger ist, wird meist ein Hubschrauber dafür benötigt.

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