Eine bewegte Seilbahngeschichte

Während Innsbruck wuchs und gedieh und der Bergisel Anfang des 19. Jahrhunderts blutiger Schauplatz der Freiheitskämpfe unter Andreas Hofer wurde, blieb der Patscherkofel von solcherlei Auseinandersetzungen verschont. Erst Mitte des 19. Jahrhunderts rückten die Tiroler Berge aus dem Schatten der strategischen Grenzsicherung und reinen Almenbewirtschaftung in den Fokus der touristischen Erschließung. Auch die Stadtbewohner begannen die Berge in ihrer Freizeit zu besteigen und die Naturidylle zu genießen.

Die Erschließung

Bereits 1910, nur drei Jahre nach der Inbetriebnahme der ersten Luftseilbahn in Sevilla, kamen frühe Pläne zum Bau einer Seilschwebebahn am Patscherkofel auf. Doch die Wirren der Zeit, die im 1. Weltkrieg gipfelten, vereitelten das ambitionierte Unterfangen – vorerst. Denn 1926 wurde schließlich die Patscherkofel-Drahtseilbahn AG gegründet und der Seilbahnbau am Hausberg konnte endlich beginnen. Finanziert wurde die Bahn damals von einem Aktionskomitee aus privaten Personen und den Gemeinden Igls und Schwaz. Mit der Eröffnung übernahm das Land Tirol 1928 den Betrieb der Patscherkofel Seilschwebebahn.

Olympischer Rekordberg

© Patscherkofelbahn Betriebs GmbH

1940 folgt der Verkauf an die Innsbrucker Verkehrsbetriebe AG, die 1962 für erste grundlegende technische Verbesserungen sorgte. So bot der Patscherkofel beste Voraussetzungen für eine gelungene Ausrichtung der Olympischen Winterspiele im Jahre 1964, die 1976       an gleicher Stelle wiederholt werden durften. Die Leidenschaft für den Wintersport war und ist in Innsbruck ungebrochen.

1996 wechselte die Patscherkofelbahn an einen privaten Betreiber. Zahlreiche Liftneubauten später kamen die Olympischen Winterspiele erneute nach Innsbruck: 2012 fanden die Olympischen Jugend Winterspiele wieder am Kofel statt. Neben London ist Innsbruck damit bis heute die einzige Stadt, in der dreimal das Olympische Feuer brannte.

Der Kofel – Ein Berg für alle Fälle

2014 übernimmt die Stadt Innsbruck den Betrieb der Patscherkofelbahnen. Der 2015 beschlossene Neubau der Bahn startet nun mit dem Frühjahr 2017. Das umfassende Gesamtkonzept zielt darauf ab, den alten Kofel fit zu machen für eine erfolgreiche Zukunft. Eines ist dabei sicher: Der Hausberg soll in Zukunft noch mehr zum „Berg für alle“ werden, ohne Barrieren, dafür mit vielen neuen Ideen.

Blickt man in die Zukunft, so hat die lange Geschichte des Patscherkofels doch gerade erst so richtig begonnen.

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