Kompaktseilbahnen – Design trifft Technik

Kompaktseilbahnen sind Zweiseil-Pendelbahnen mit nur zwei Umlaufkabinen. Das Besondere dabei ist die systematische und modulare Bauweise sowie der hohe Gestaltungsspielraum.

Vorteile von Kompaktseilbahnen

Aufgrund wohldurchdachter Ingenieursleistung können diese standardisierten Anlagen mit geringem Aufwand installiert werden. Berg- und Talstation sind dabei ident konzipiert, die Stationen können als Gesamtes auf nur zwei Betonstehern errichtet werden. Das System aus Sicherheitsbauteilen und Teilsystemen ist komplett nach europäischer Norm CEN zertifiziert.

Ob Modernisierung bestehender Anlagen oder Neubau: Kompaktseilbahnen bestechen durch ihre Wirtschaftlichkeit und hohen Komfort. Die kurze Montagezeit, die moderaten Baukosten und der überschaubare Platzbedarf dank kompaktem Antrieb und fix abgespannten Trag- wie Zugseilen sind schlagfertige Argumente für dieses System. Die wenigen Schnittstellen gewährleisten einen reibungslosen Ablauf und reduzieren die Wartungskosten.

Der Antrieb ist äußerst kompakt und daher sehr platzsparend konstruiert. Im Notfall bringt der integrierte Notantrieb alle Passagiere sicher zurück in die Stationen.

Die Kompaktseilbahn in Breslau bringt Studenten der Technische Universität Breslau von der einen auf die andere Seite der Oder.

Die Kompaktseilbahn in Breslau bringt Studenten der Technische Universität Breslau von der einen auf die andere Seite der Oder. ©Inauen-Schätti AG

Einsatzgebiete von Kompaktseilbahnen

Neben dem klassischen Einsatz in Ski- und Wandergebieten liegt ein großes Potenzial der Kompaktseilbahnen in der Erschließung von schwer zugänglichen, steilen Küstengebieten und Aussichtspunkten sowie der Überbrückung von Flüssen und Tälern. Auch abgelegene Privatgrundstücke und Hotelkomplexe können so an den öffentlichen Verkehr angebunden werden. Ein weiterer Einsatzbereich liegt im urbanen Seilbahnbau.

Erschließung des Tourismus- und Anbaugebiets Fajã dos Padres von der Atlantik-Steilküste aus.

Erschließung des Tourismus- und Anbaugebiets Fajã dos Padres von der Atlantik-Steilküste aus. ©DOPPELMAYR

Im Südafrikanischen Nylstroom ist bereits seit 2008 eine Kompaktseilbahn in Betrieb. Sie verbindet das Euphoria Golfresort im Tal mit den Wohnanlagen auf dem Berg. 2011 entstand die Pendelbahn Alp Sigel im Schweizer Dorf Brülisau. Die Kompaktseilbahn erschließt ein Weide- und Wandergebiet im Alpstein. Im Polnischen Breslau verbindet seit 2013 eine Kompaktseilbahn mehrere durch den Fluss Oder getrennte Gebäude der technischen Universität Breslau. Und erst 2016 wurde auf der Portugiesischen Insel Madeira eine Kompaktseilbahn von zwei Fachkräften sowie ansässigen Hilfskräften in nur 40 Tagen Bauzeit errichtet.  Das Tourismus- und Anbaugebiet Fajã dos Padres konnte so von der Atlantik-Steilküste aus erschlossen werden.

Kompaktseilbahn Pfannenstiel-Alp Sigel mit geringem Platzbedarf für die Talstation.

Kompaktseilbahn Pfannenstiel-Alp Sigel mit geringem Platzbedarf für die Talstation. ©Flurgenossenschaft Alp Sigel

Design von Kompaktseilbahnen

Die Kabinen bestechen durch ein modernes Fahrzeugkonzept und fassen zumeist acht bzw. 15 Personen. Kleinere Kabinen stellen kein Problem dar. Dank der reduzierten Seilbahntechnik bleibt viel Raum für eine individuelle architektonische Gestaltung der Bauteile.

„Der technische Ausbau ist kompakt und bewährt, der architektonische Ausdruck einer Seilbahnstation entscheidet oft über eine sinnvolle Integration in Landschaften und Städte“, freut sich Dipl. Architekt ETH/SIA Maurus Frei, Geschäftsführer der maurusfrei Architekten AG in Chur und Zürich, über den hohen Gestaltungsspielraum.

Bei einer Umrüstung alter Anlagen können die Stationen gar unangetastet bestehen bleiben. Dann wird die Technik als kompakter Block einfach vorgelagert platziert. Ebenerdige Zugänge gewähren zudem Barrierefreiheit und bilden die Voraussetzung für den Einsatz im urbanen und öffentlichen Raum.

Beitragsbild: Stimmungsvoller Blick auf die Kompaktseilbahn an der Atlantik-Steilküste in Madeira. ©Inauen-Schätti AG

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