Seilbahnen damals und heute (3)

Seilbahnen und ihre Entwicklung von den Anfängen bis heute

Der Blick in größere Skigebiete zeigt meist ein buntes Bild aller Arten an Seilbahnen. Die erste motorbetriebene Vorrichtung, die Skifahrer auf den Berg brachte, stand auf dem Bödele in Vorarlberg. Das war 1908. Eine Art Schlitten wurde dabei mit einer Seilwinde auf den Berg gezogen. Bis in die 40er Jahre des letzten Jahrhunderts war diese Form einer Schlittenseilbahn in der Schweiz noch weit verbreitet und unter dem Namen Funi (von frz. funiculaire) bekannt.

Oberloselift heute und Schlepplift am Bödele in Dornbirn. Bj. 1951

Oberloselift heute ©Familienskigebiet Bödele und Schlepplift am Bödele in Dornbirn. Bj. 1951 ©DOPPELMAYR

Schlepplifte

Der erste richtige Skilift wurde in Schollach im Schwarzwald im gleichen Jahr eröffnet. Dieser kam dem heutigen nachhaltigen Denken sehr entgegen. Denn betrieben wurde er durch die Wasserkraft eines Mühlrades. Ab den 30er Jahren etablierten sich schließlich die bis heute bekannten Einseil-Umlaufbahnen mit Schleppteller und T-Bügel. Auf einer Steigung bis zu 40 Grad werden die Skifahrer und Snowboarder am Boden fahrend auf den Berg gezogen. Die Schlepplifte können dabei eine Geschwindigkeit von bis zu 3,5 m/s erreichen. Die stündliche Förderleistung liegt bei bis zu 1.440 Personen. Weitere bodenführende Beförderungsmittel sind Laufbänder, sog. Zauberteppiche, und Seil- oder Babylifte.

Lift Loserfenster heut und erster Schlepplift von 1973

Lift Loserfenster heute ©TVB Ausseerland-Tom Lamm und erster Schlepplift von 1973 ©Archiv Buttinger-Marl

Sessellifte

Zu Beginn waren die Schlepplifte schneller als die ersten Sessellifte. Doch mit voranschreitender Entwicklung änderte sich das und man erkannte die Vorteile der luftschwebenden Einseil-Umlaufbahnen. Mehr Platz auf der Piste und größere Förderkapazitäten wogen die höheren Investitions- und Betriebskosten letztlich aus. Die Sessel hängen in regelmäßigen Abständen an einem endlosen, dauernd umlaufenden Förderseil. Wurden Wintersportler ab Mitte der 50er Jahre noch vornehmlich in klapprigen, ungepolsterten Einersesseln transportiert, so ist der Komfort der heutigen 8er Sessel mit dem von Kabinenbahnen vergleichbar. Gepolsterte Ledersitze, Sitzheizung und Schneehaube machen die Auffahrt zum Genuss. Und dafür müssen die Ski noch nicht einmal abgeschnallt werden. Bis zu 5.000 Personen können so pro Stunde befördert werden.

Kabinenbahn Mellau-Damüls und Doppelmayrs erste kuppelbare Kabinenbahn Mellau Rossstelle, Baujahr 1972.

Kabinenbahn Mellau-Damüls ©Bergbahnen Damüls-Mellau / www.mellau-damuels.at und Doppelmayrs erste kuppelbare Kabinenbahn Mellau Rossstelle Baujahr 1972 ©DOPPELMAYR

Kabinenbahnen

Die modernen 2S (Zweiseil-) und 3S (Dreiseil-) Umlaufbahnen sind mit komfortablen Kabinen ausgestattet. Gratis WLAN, Panoramaverglasung und Ledersitze sind heute fast schon Standard. Je nach Größe und Anzahl der Fahrzeuge können so 3.000 bis 6.000 Personen pro Stunde befördert werden. Die großen Kabinen der Pendelbahnen sind mittlerweile zweistöckig ausführbar und fassen bis zu 180 Personen. Die Förderleistung liegt hier bei bis zu 2.800 Personen in der Stunde. Die neuesten Kabinen drehen sich sogar um die eigene Achse und bieten zahlreiche Nutzungsmöglichkeiten.

Auch die Pistengeräte wurden im Lauf der Jahre enorm weiterentwickelt: Pistengerät von 1979 und heute.

Auch die Pistengeräte wurden im Lauf der Jahre enorm weiterentwickelt: Pistengerät von 1979 und heute. ©Kaunertaler Gletscherbahnen GmbH

Jedes dieser Transportmittel am Berg bietet seine eigenen Vorteile und oft sind Vorlieben der Nutzer eben auch Geschmacksache. Doch gerade die Vielfalt macht den Spaß beim Skifahren auf den Pisten aus. Hoffen wir, dass jeder Lifttyp seine Daseinsberechtigung behält.

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Titelbild: Klein Valluga Lift Zürs damals ©DOPPELMAYR und Vallugabahn I heute ©Arlberger Bergbahnen

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