Spannungsfeld Massentourismus und Naturschutz

 

Es ist nicht abzustreiten: Wir, das Land Österreich, brauchen den Tourismus. Ob wir ihn in all seinen Facetten begrüßen oder nicht, ist eine andere Sache. Die Meinung der meisten Einheimischen ist gespalten: Man weiß, wie wichtig der Wirtschaftszweig für das Überleben vieler Gemeinden und Täler ist und man möchte Gäste von nah und fern auch willkommen heißen, aber eben nicht um jeden Preis. Die Balance zwischen Massentourismus und dem Schutz der Natur zu finden, ist für Touristiker und Tourismusbetriebe oft ein schwieriges Vorhaben. Vor allem die Bergbahnen, als Mitverantwortliche für den Umweltschutz in Tourismusgebieten, versuchen jede Saison etwas mehr, den Profit nicht als einzigen Erfolgsfaktor zu betrachten. Die Seibahnbetriebe wissen in der Theorie, wie wichtig es ist, die Massen an gewinnbringenden Touristen und nachhaltige Maßnahmen zu verbinden - in der Praxis stellt dies jedoch immer wieder eine echte Herausforderung dar.

 

In den letzten Jahren sind die Alpen ein noch beliebteres Urlaubsziel geworden. Man sucht die Ruhe und Ausgeglichenheit – und findet leider oft nur den lebendigen Massentourismus. Weder für Gäste, noch für Einheimische oder für die Tier- und Pflanzenwelt ist dies schön. Die Erschließung der Berge schritt bisher mit ansteigender Nachfrage voran. Die Skipisten sehen zwar im Sommer grün aus, aber mit einer ursprünglichen Bergwiese hat sie nichts mehr gemein. Damit trotz Klimawandel die Skifahrer nicht ausbleiben, werden die Pisten beschneit. Doch auch die Tourismusbetriebe, etwa die Bergbahnen, haben inzwischen gemerkt, dass es so nicht weitergehen kann. Wortwörtlich, denn schon bald würde es dann nichts mehr geben, was noch zu erschließen wäre. Man ist sich einig: Es ist Zeit für Veränderung.

 

Ökologisch UND ökonomisch

Den Beschluss der Tourismusbetriebe, sich für ein nachhaltigeres Geschäft einzusetzen, haben Österreichs Bergbahnen bereits teilweise umgesetzt. Alternative Energiequellen haben inzwischen auch die Skigebiete erreicht. Die Mengen an Strom, die für die Bewirtschaftung der Bahnbetriebe gebraucht wird, wird in vielen Regionen bereits voll und ganz aus erneuerbaren Energiequellen gewonnen. Photovoltaik-Anlagen, Öko-Strom, GPS-gesteuertes Pistenmanagement zur Einsparung an Ressourcen u. v. m. werden immer mehr eingesetzt – nicht zuletzt, weil man bereits jetzt die Vorteile spürt. Denn diese Maßnahmen schützen nicht nur die Umwelt, sondern erleichtern auch die Arbeit und sind hervorragend für die Imagepflege. Da einige Ski- und Wandergebiete direkt an oder in Nationalparks liegen, ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Betrieben und dem Parkmanagement unerlässlich geworden. Man gibt sich Mühe, einen gemeinsamen Konsens zu finden. So werden zum Beispiel empfindliche Gebiete ausgespart, indem detaillierte Wegnetze geplant werden. Gemeinsame Umweltprojekte stärken die Zusammenarbeit. Der Weg ist lang, doch die ersten Schritte in eine naturbewusste Zukunft werden gerade gesetzt. Nun gilt es darauf zu vertrauen, dass die Aufmerksamkeit von Gästen, Einheimischen und der heimischen Wirtschaft weiterhin auf dieses wichtige Thema gerichtet bleibt und man aufgrund der bisherigen Erfolge motiviert weiter an umweltschützenden Alternativen arbeitet.

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