Gratis gibt’s nix. Ist das Skifahren teuer?

Alle Jahre wieder wird das Skifahren teurer, sagt man. Schimpft man. Ein Sport für die Elite? Die Besserverdiener? Das kann man so nicht sagen, sagen wir und haben einen Vergleich gezogen. Ein Tages-Skipass wird dieses Jahr durchschnittlich 45 Euro kosten. Im Mittel berechnet aus den Tagespreisen der größeren Skigebiete der Ostalpen wie  Hintertux im Zillertal, dem Arlberg, Ischgl, Stubaier Gletscher oder Ski amadé. 45 Euro für einige Kilometer Piste, Aufstiegshilfen, Beschneiung und Sonnenpanoramen. Was ein Skigebiet pro Tag kostet, wissen die wenigsten, noch die Details einer solchen Rechnung. Eines muss vorweg gesagt werden: Skifahrer zahlen heute vor allem für modernen Komfort. Der Preis der Skipässe ist nämlich eine Frage der Ansprüche.

Der Spruch „Früher war alles besser“ trifft auf die Seilbahnwirtschaft sicher nicht zu. Früher nämlich konnte man nur Skifahren, wenn Schnee fiel. Früher gab es in den ersten Skigebieten auch nicht viel mehr als ein paar Schlepplifte und einen klapprigen Einsersessellift mit einer Kette aus Metallgliedern, damit man nicht vom Sessel fiel. Manch einer der Leser vermag sich vielleicht auch zu erinnern, dass es oftmals nicht mal eine Vorrichtung auf den Liften gab, die es ermöglichten seine Ski abzustellen. Heute wäre so etwas für ein Skigebiet undenkbar. Was würden die Gäste sagen? Vor allem diejenigen, die eine lange Anfahrt auf sich nahmen, um einen Tag auf der Piste zu verbringen. Nun stellen Sie sich mal zwei Dinge vor: erstens liegt kein Schnee und der Skibetrieb ist kaum bis gar  nicht möglich und/oder die Aufstiegshilfen nehmen die doppelte Zeit in Anspruch. Sie würden sich vermutlich echauffieren. Und das zu Recht. Nun kostet das aber, denn löhnte man Mitte der Neunziger für einen Sessellift ca. 5 Millionen Schilling, so sind es heute für einen beheizten Sechser-Sessellift ca. 15 Millionen Euro – bei gleicher Länge.

Das ist aber nicht alles. Auch der Schnee, der dem Skifahrer immer öfter und immer früher zur Verfügung gestellt wird, kostet. Sperrte ein Skigebiet „früher“ erst auf, wenn der erste vernünftige Schnee fiel, so wird heute allgemein erwartet, dass zu Beginn der Weihnachtszeit auch das Pistenvergnügen möglich ist. Das bedeutet für die Skigebietsbetreiber zu beschneien ab dem ersten Zeitpunkt im November, der es temperaturmäßig möglich macht. Rund drei Euro pro Kubikmeter kostet der Maschinenschnee, das ist bei einem größeren Skigebiet bei einer Beschneiung von über 60 bis 80 Prozent kein geringer Kostenfaktor.

Da kommen wir auch zum nächsten Punkt: Piste ist nicht gleich Piste. Gab man sich früher noch mit schmalen Pisten mit Buckeln und Mulden zufrieden, so muss es heute eine ebene und breite Piste sein. Es hat sich ein neues Verständnis von Sicherheit etabliert und das ist auch gut so, aber hinzukommt, dass die relativ neuen Carving- und Freeride-Ski auf der Piste auf Grund ihrer Beschaffenheit auch vielmehr Platz brauchen. Deshalb werden die Pisten heute auch viel breiter angelegt und dazu täglich von technisch hochentwickelten Geräten präpariert. Und falls doch mal was passieren sollte: Wussten Sie denn, dass in Ihrem Tagesskipass auch ein Bereitschaftsdienst der Rettung inkludiert ist?

Sie sehen also, werter Leser, der Preis Ihres Tages-Skipass besteht aus vielen einzelnen Komponenten, mehr noch, als gerade aufgezählt -  aber natürlich geht es wohl auch um einen, monetär kaum messbaren Erlebniswert der Bewegung in frischer Luft und überwältigender Natur. Und der ist rein subjektiv.

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