Wie alles begann … Skifahren im Wandel der Zeit

Skischuhe mit Wärmeanpassung und Carver mit einem sogenannten „Rockershape“ sorgen heutzutage dafür, dass Kinder wie auch Erwachsene schneller als sonst das Skifahren lernen. Nicht nur das Material hat in den letzten paar Jahrzehnten immer mehr an technischem Finesse gewonnen, auch der Skisport findet immer neue Definitionen. Dem Skifahrer bieten sich unendlich viele Möglichkeiten seine Leidenschaft auszuüben. Das war allerdings nicht immer so.

Wer hat’s erfunden?

Wer das Skifahren erfunden hat, ist international ein wenig umstritten – die Norweger meinen, sie wären es gewesen, die Holzskier als Fortbewegungsmittel erfunden hätten. Die Russen sagen dasselbe und neuerdings schneidet sich auch China ein Stückchen vom Skikuchen ab. Anscheinend wurde das Skifahren nämlich vor über 10 000 Jahren im Norden Chinas erfunden. Dort soll sich ein findiger, steinzeitlicher Jäger nach der letzten Eiszeit als Erster Holzplanken unter die Füße gebunden haben, um sein potenzielles Abendessen auch im Schnee verfolgen zu können. Woher man das wei? Im nordwestlichen China hat man uralte Felszeichnungen von Menschen auf Holzbrettern entdeckt, die einem Steinbock nachstellen. Solche Felsmalereien sind allerdings auch in Norwegen und Russland gefunden worden. Vielleicht nicht ganz so alt, aber das weiß man ja auch nicht so ganz genau.

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Skifahren als Freizeitvergnügen.

Dann beleuchten wir mal die Anfänge des Skifahrens als Sport und nicht als Mittel zur sukzessiven Nahrungsaufnahme. Die norwegische Landschaft Telemarken gilt gemeinhin als Ursprungsregion des Skifahrens als sportliche Betätigung. Die Norweger expandierten ihre Holzski in ganz Europa und Nordamerika. Der damalige „Ur-Ski“ war konkav geformt und  verfügte bereits, ähnlich wie moderne Carving-Skier, über eine Taillierung. Aus dieser ursprünglichen Fahrweise mit fersenseitig nicht fixierter Bindung leiten sich auch die anderen Skitechniken (Langlauf, Tourengehen und im weiteren Sinne auch Skispringen) ab. So fanden die Ski aus Norwegen auch ihren Weg nach Mitteleuropa, genauer gesagt in die Alpen.

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Tu felix Austria.

Die Wiege des österreichischen Skisports liegt 1901 in St. Christoph am Arlberg, wo auch heute noch die staatlichen Skilehrer ausgebildet werden. Am Arlberg wagten sich erste Pioniere die steilen Hänge ins Tal hinunter. Am 3. Januar 1901 gründeten drei Freunde im Hotel Hospiz auf 1.800 m Seehöhe in St. Christoph den Ski Club Arlberg. Die Skifahrer waren damals noch in Loden gekleidet und die Holz-Skier wurden mit der Ein-Stock-Technik gesteuert. Der Skiclub Arlberg ist der größte Ski-Club Europas und schreibt über hundert Jahre nach der Gründung 7.000 Mitglieder aus 53 Ländern. Neben der Gründungen erster Skischulen im frühen 20. Jahrhundert entwickelte sich aus dem Holzski ein Holzski mit Kanten, immerhin die Weiterentwicklung eines Österreichers in den 1920iger Jahren. Schon im Jahr 1909 entwickelte die französische Firma Rossignol geschwungene Ski, doch das Modell setzte sich lange Zeit nicht durch. Erst 1996 kamen die Carving-Ski erneut auf und eroberten sukzessive den Markt.

Und die Moral der Geschichte?

Menschen haben sich aus vielen Gründen offensichtlich auf zwei Brettern fortbewegt, ein Mittel zum Zweck ist das Skifahren jedoch schon lange nicht mehr. Skitouren-Geher, Carver, Langläufer, Freestyler und –rider und der vereinzelte Telemarker bilden ein breites Spektrum dieses Sports. Neben der Bewegung in den Bergen (und den Skihallen in den Niederlanden und Dubai – ja, auch das gibt es im 21. Jahrhundert) ist der Skisport mehr als eine Freizeitindustrie. Es ist ein Phänomen, das seine eigenen Geschichten hervorbringt. Wie die legendären Olympiafahrten von Herman Meier in Nagano 1998 oder die erste Skiabfahrt vom Mt. Everest durch Hans Kammerlander 1996. Oder die Geschichten, die noch geschrieben werden…

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