Zaha Hadid – ein Nachruf.

In einer Fernsehdokumentation wurde Zaha Hadid einmal als „Löwin unter Wölfen“ bezeichnet. Schmeichelhaft oder weniger schmeichelhaft? Fest steht, dass die, im Irak geborene Stararchitektin wohl ihre Allüren hatte – mit voller Berechtigung! Erst nachdem sie 2004 und 2009 die beiden wichtigsten Preise der internationalen Architekturwelt gewonnen hatte, den Pritzker-Preis und den Praemium Imperiale, war sie international anerkannt genug, um selbstbewusst über Stereotypisierungen und Pauschalierungen hinweg sehen zu können.  Zaha Hadid hat eine lange und aufregende Karriere als Architektin in einer, von Männern dominierten Branche hinter sich - gestern ist sie im Alter von 65 Jahren überraschend gestorben. Und hat Innsbruck eine der monumentalsten Seilbahnbauten hinterlassen.

Hungerburgbahn Innsbruck Zaha Hadid

An die Form von Gletschern angelehnt...© Innsbrucker Nordkettenbahnen Betriebs GmbH

Die Grande Dame der Bauwerke hatte ein besonderes architektonisches Verhältnis mit Innsbruck: sowohl die Stationen der Hungerburgbahn als auch die Sprungschanze am Bergisel tragen ihr Design. Zarah Hadid präsentierte für die neue Hungerburgbahn einen Entwurf mit von Gletschern inspirierten Formen, in einer für sie typischen, außergewöhnlichen Formsprache.

Zaha Hadid Nordkettenbahn Tirol, Österreich

Zaha Hadid wird in der typsichen Formsprache ihrer Bauwerke weiterleben. © Innsbruck Tourismus Catania/Günther Egger

Die neue Hungerburgbahn verbindet die Innenstadt Innsbrucks in nur 8 Minuten Fahrzeit mit dem Stadtteil Hungerburg. Die Strecke beinhaltet vier Stationen – Congress, Löwenhaus, Alpenzoo und Hungerburg – die allesamt von Hadid entworfen wurden.

Bergisel Schanze Innsbruck von Zaha Hadid

Ein neues Wahrzeichen? Definitiv beeindruckend ist die Sprungschanze am Bergisel von Zaha Hadid. © Innsbruck Tourismus/Christof Lackner

Auch mit der Sprungschanze wurde Innsbruck von der visionären Architektin eine herausragende Landmark hinzugefügt.  Der Skisprung folgt wie kaum ein anderer Wintersport einem streng vorgegebenen Bewegungsablauf - entsprechend reduziert und eng sind die Vorgaben bei der Gestaltung einer Sprungschanze. Jedoch entwickelte Zaha Hadid eine fließende Gebäudeform, die den ­statischen Turm und die dynamische Absprungschanze in einer skulpturalen ­Einheit kombiniert. Ob es nun gefällt oder nicht: die Sprungschanze und die neue Hungerburgbahn sind sicherlich einzigartig so wie Zaha Hadid in ihrer ureigenen Ausdrucksform. Ihre Gebäude werden bleiben.

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