Ein sicheres Gefühl in eisigen Höhen

Können Sie sich noch an die erste Gondelfahrt in Ihrem Leben erinnern? Ich mich nämlich noch, als ob es gestern gewesen wäre. Damals, als kleines Kind, sind mir die 6er-Gondeln natürlich noch viel größer und der Abstand zum Boden noch um einiges weiter vorgekommen. Ein wenig Herzklopfen war schon dabei, als ich mit meinem Vater eingestiegen bin und die Ski alleine in die Halterung stecken musste. Die ganze Fahrt über konnte ich den Blick nicht davon abwenden, aus Angst, sie würden hinunterfallen. Aber das aufregende, kribbelige Gefühl im Bauch, jedes Mal, wenn wir eine Säule überrollten, lenkte mich schon nach wenigen Minuten von meinen Sorgen ab und ich begann, aus dem Fenster zu schauen und die Fahrt zu genießen. Schließlich gibt es nichts, wovor man sich bei einer Gondelfahrt fürchten müsste, denn Seilbahnen und Schlepplifte sind bekanntlich die weltweit sichersten Verkehrsmittel.

Diese Tatsache verdienen sich die Bergbahnen vor allem durch ihre kompetenten und verlässlichen MitarbeiterInnen, welche durch tägliche Kontrollen den hohen Sicherheitsstandard garantieren. Aber auch regelmäßige Sicherheitstests, die von professionellen Sachverständigen für den technischen Bereich von außen durchgeführt werden, gehören zum Betrieb der Seilbahnwirtschaft. So wundert es nicht, dass ein großer Teil des insgesamt fast unmerklichen Unfallpotentials nicht auf mangelnde Technik, sondern auf das Fehlverhalten der Gäste zurückzuführen ist. Aus diesem Grund ist es den Betrieben ein Anliegen, aktiv ein Bewusstsein für richtiges Verhalten in und um die Liftanlagen zu vermitteln, wie, wo und wann immer es möglich ist.

No risk, more fun

Rund 1.200 WintersportlerInnen verletzen sich jedes Jahr beim Fahren mit dem Skilift und müssen im Krankenhaus behandelt werden, schwere Verletzungen sind allerdings selten. 60 Prozent dieser Unfälle passieren beim Aussteigen, rund ein Fünftel beim Einsteigen.

Die wichtigsten Regeln, um Unfälle zu verhindern, sind folgende:

  • Beim Schlepplift gilt: Fährt man zu zweit, steigt man immer kurz hintereinander aus.
  • Zunächst rutscht der unerfahrenere Fahrer vom Sitzbügel, der zweite hält die Aufhängestange und schiebt den Bügel beim Aussteigen kontrolliert zur Seite. Das vermindert die Gefahr hängen zu bleiben.
  • Beim Sessellift soll der Sicherheitsbügel während der ganzen Fahrt geschlossen bleiben. Vor dem Ausstieg nimmt man Ski oder Snowboard von der Fußstütze. Erst zuletzt wird der Bügel geöffnet. Sowohl bei Schlepp- als auch bei Sesselliften muss das Ausstiegsareal sofort nach dem Aussteigen verlassen werden.
  • Entscheidend ist, dass Ski und Snowboard gerade in der Spur stehen. Viele Stürze beim Schlepplift werden durch den Ruck beim Losfahren verursacht, oder weil der Bügel nicht mehr erreicht werden konnte. Lieber mal einen Bügel oder einen Sessel leer vorbeifahren lassen, als durch zu viel Eile einen Sturz zu riskieren
  • Bevor man mit Kindern lange Strecken Schlepplift fährt, unbedingt auf kürzeren Liftwegen üben und sich vom Liftwart zeigen lassen, wie man am besten mit Kindern fährt.
  • Achtung auch bei offenen Jacken, herunterhängenden Bändern oder langen Schals, die sich am Bügel verhängen können

Technik und Mensch stützen sich gegenseitig

Auch im Notfall, wenn die Technik einmal versagen sollte, brauchen sich Liftgäste keine Sorgen um ihre Sicherheit machen. Dank regelmäßiger Bergeübungen in den Skigebieten, wissen unsere Mitarbeiter was zu tun ist, wenn die Bahn steht und nichts mehr geht. Meistens wird im Sommer und Winter durchgehend geübt, um stets für den Ernstfall geschult zu sein. Bei den Übungen werden unter Aufsicht Bergungen aus Gondeln nachgestellt. So unterstützen sich Mensch und Technik gegenseitig, damit sich kleine SkifahrerInnen auch heute jeden Tag sorgenfrei auf die kribbelige Gondelfahrt freuen können.

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