Kontrolliert, beobachtet und gesteuert: Lawinensprengungen in Skigebieten

Lawinengefahr herrscht nach ergiebigen Schneefällen grundsätzlich überall im Gebirge. Die Intensität der Lawinengefahr ist abhängig von der Schneemenge, von den aktuellen klimatischen Bedingungen vor und nach den Schneefällen, sowie von der Topographie des jeweiligen Gebiets. Wie gefährlich der sorglose Umgang mit dem Lawinenrisiko sein kann, ist immer wieder anhand von Lawinenunglücken im Skitourenbereich bzw. im freien Skiraum rund um Skigebiete ersichtlich.

Die Lawinengefahr gibt es im Alpenraum aber genauso für Straßen, für Siedlungsräume und natürlich auch in Skigebieten. Um genau diese Gefahr zu bannen, gibt es verschiedene sehr wirkungsvolle Methoden. Zum Schutz des Siedlungsraums wird grundsätzlich nur ein permanenter Lawinenschutz in Form von Lawinenverbauungen gewählt, die im Anbruchgebiet der Lawinen aufgestellt werden. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch Auffangbecken oder Ableitungsdämmen in der Auslaufzone der Lawinen. Zum Schutz von Straßen werden ebenfalls Verbauungsmaßnahmen vorgenommen, wie Lawinengalerien oder Straßentunnel in Lawinenstrichen.

WIRKSAMER SCHUTZ VOR LAWINEN IN SCHIGEBIETEN

Wenn der Skifahrer nach nächtlichen Schneefällen den frischen Pulverschnee auf den Skipisten genießt, weiß er meistens nicht, dass auch die Skipisten so wie die Seilbahnen und sonstige Gebäude der Lawinengefahr ausgesetzt sind und entsprechend geschützt werden müssen. Dies geschieht in immer mehr Fällen durch die künstliche Lawinenauslösung, die rechtzeitig bei schon relativ geringen Schneemengen von fachkundigen Mitarbeitern der Liftgesellschaften und in Absprache mit der örtlichen Lawinenkommission vorgenommen wird. Für die Auslösung dieser Lawinen gibt es verschiedene Methoden, die vom händischen Auswurf von Sprengstoffladungen über das Abwerfen derselben vom Helikopter oder Sprengseilbahnen, bis hin zu fix im Gelände montierten Lawinenauslösesystemen reichen.

Letztere werden ferngesteuert vom Tal aus bedient und können somit geringe Schneemengen rechtzeitig auslösen, deren Abgang keinerlei Risiko für die darunter liegende Infrastruktur darstellt. Sowohl die Auslösung wie auch der Lawinenabgang selbst können über Sensoren bzw. Radaranlagen überwacht und bestätigt werden. Diese Systeme kommen zunehmen auch bei den Zubringerstraßen für Schigebiete bzw. Verkehrswege im Alpenraum generell zum Einsatz.

Wenn der Skifahrer bei Betriebsaufnahme der Lifte nach nächtlichen Schneefällen die frisch präparierten Pisten nutzt, haben die Lawinenkommission und die Lawinensprengmannschaft ihren frühmorgendlichen Job bereits beendet und damit für Sicherheit auf den Pisten vorgesorgt. Der Skigast muss aber immer berücksichtigen, dass der Schutz vor Lawinen nur im kontrollierten Skiraum möglich ist, nicht aber im freien Skiraum auf nicht präparierten und markierten Schiflächen rund um die Schigebiete. Hier kann jeder Zeit große Lawinengefahr herrschen, die optisch und akustisch für den Skifahrer im Vorhinein nicht erkennbar ist.

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