Per App individuelle Bergabenteuer erleben

Lange sind sie vorbei die Zeiten, als Berghänge und –gipfel nur im Winter als interessante Spielwiese galten. Längst wurde von den Tourismusbetrieben die Notwendigkeit erkannt die Vorzüge der Regionen auch das restliche Jahr über touristisch zu vermarkten – und das mit stetig wachsendem Erfolg. Nicht nur Touristen, auch Einheimische und Tagesausflügler zieht es zunehmend ganzjährig in die vielfältig begeisternden Höhenlagen.

Locandy App_Kaunertal_2016In Tirol finden abenteuerlustige Besucher neben Bikeparks, Erlebnisspielplätzen oder Themenwegen im Kaunertal seit neuestem beispielsweise – nichts. Ganz genau: nichts, als die unberührte und bezaubernde Natur mit imposanten Einblicken und atemberaubenden Ausblicken. Ein neues Konzept erobert die Bergwelt: per App lässt sich die Bergwelt auf individuellen Wegen erkunden. Vor allem Jugendliche, die sich für Spielplätze nur noch mäßig, für Infotafeln allerdings noch nicht genug begeistern können, spricht diese Art der digitalisierten Bergfreizeit in großem Maße an.

Auf unsichtbaren Pfaden…

Das Konzept ist einfach, aber genial: Zuhause oder an der Bergstation via WLAN die passende App auf das eigene Smartphone laden, Entdeckungstour auswählen und auf unsichtbaren Pfaden losstarten. Statt großen Tafeln mit viel Text in der unpassenden Sprache zu folgen, reicht nun der Blick auf das Smartphone: der integrierte Kompass weist den Weg und liefert mittels GPS die jeweils passenden Informationen. Die App funktioniert ohne Internetverbindung und jeder kann so weit in die Informationstiefe weiterklicken, wie es den eigenen Interessen entspricht. Die Kaunertaler Gletscherstraße und Fendels setzen als Vorretier in Tirol auf diese neue Attraktion und arbeiten mit sogenannten Quests, die bestimmte Themenwege erschließen und allesamt nicht länger als 2 Stunden dauern. Dafür bieten sie ein abwechslungsreiches Programm, für das sich auch Jugendliche begeistern können.

Gruppenfoto beim flüsternden Tor – Themenweg Fendels Der vergessene Turm

Familienspaß, Wissenswertes  oder Fokussierung.

Screen_Biodiversität_5_2Die Quests können interaktive Abenteuer sein, im Laufe derer die Spieler verschiedene Rätsel lösen oder Herausforderungen bewältigen müssen. Manchmal ist Teamwork nötig, um ans Ziel zu gelangen – was viele lustige Momente verspricht. Oder man begibt sich auf Entdeckungsreise im Outdoor-Museum. So kann theoretisches Wissen direkt in der Natur und vor Ort erlebt und getestet werden. Flora und Fauna sind ja großzügig und üppig vorhanden und warten nur darauf von den wissbegierigen Besuchern entdeckt zu werden. Eigens für das Kaunertal wurde hierfür gemeinsam mit Prof. Thorsten Schwerte von der Universität Innsbruck ein Weg konzipiert, der viel Wissenswertes und Aha-Momente bereithält.

Teilweise als Hörspiel konzipiert, kommt bei diesen interaktiven Erkundungstouren jedenfalls mit Sicherheit keine Langeweile auf. Doch auch wer Entspannung und Entschleunigung abseits von Alltagsstress und Reizüberflutung in den Bergen sucht, hat mit einer solchen App den passenden Begleiter in seiner Hosentasche. Sie regt an den passenden Kraft- oder Meditationsstellen zum Philosophieren, Abschalten und Genießen an und bietet praktische Anleitung zum Entspannen im Hier und Jetzt.

Screen_Gepatschstausee_1_2Eine Region und tausend Wege diese zu entdecken.

Die Natur mittels moderner Kommunikationstechnologie zu entdecken wirkt auf den ersten Blick nur hip und wie eine Spielerei – dabei steckt viel mehr dahinter. Diese Art der Erschließung passt perfekt zum Trend des Slow Tourismus, denn in die Natur wird baulich so wenig wie möglich eingegriffen.

„Wir wollten ganz bewusst einen Kontrapunkt zu den Erlebnisparks in den Bergen setzen, die mit großen Installationen oder Eingriffen in die Natur eine Erlebniswelt errichten, die oft losgelöst von der Umwelt auch in jeder Stadt gebaut werden könnte.“ meint Marcus Herovitsch, Marketingleiter der Kaunertaler Gletscherbahnen, zu den Hintergründen der neuen Attraktion. „Unser Bestreben ist es die Natur in den Mittelpunkt zu stellen, die Informationen digital anstatt auf unzähligen Hinweisschildern zur Verfügung zu stellen und darüber hinaus noch eine Reihe von Zusatzinformationen anzubieten.“

Und ist eine Tour einmal veraltet, so kann sie einfach gelöscht und durch eine neue ersetzt werden. Die Benutzer werden dazu eingeladen genau hinzusehen, denn die gleiche Region kann auf unzähligen Wegen und auf die unterschiedlichsten Arten erkundet und wahrgenommen werden.

Fendels_locandy_160620-kl

Zukunftsmusik.

Denkt man die Technologie noch einen Schritt weiter, so ist es in Zukunft vielleicht möglich virtuelle Botschaften für andere Entdecker zu hinterlassen oder sogar untereinander zu kommunizieren und Gedanken auszutauschen. So wird aus dem Berg erleben in Zukunft hoffentlich noch mehr auch ein Berg verstehen und respektieren. Ich bin jedenfalls gespannt, von welcher Seite sich mir die bekannt geglaubte Bergwelt beim nächsten Besuch präsentieren wird.

2 Antworten

  1. Cooler Bericht!
    • seilbahnpartner
      Dankeschön :)

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