Schnee ist eben nicht gleich Schnee!

Schnee – so wie die Inuit in ihrer Sprache mehrere Wörter für „Schnee“ haben, gibt es auch in unseren Breitengraden viele verschiedene Unterarten der weißen Pracht. Der Normalverbraucher unterscheidet meist zwischen Pulver-, Papp- und Nassschnee. Dem Skifahrer ist dann auch Firnschnee ein Begriff. Insgesamt kommt man dann auf mehr als 20 unterschiedliche Arten des kühlen Untergrundes. Welche relevant für uns sind und warum Schnee nicht gleich Schnee ist – ein Exkurs in die Welt der „Flocken-Kunde“.

Königlich und allseits beliebt ist  der Pulverschnee. Zwar eignet er sich aufgrund seiner niedrigen Dichte und Konsistenz schlecht zum Schneemänner oder Iglu bauen, jedoch ist seine Beschaffenheit perfekt fürs Ski-Vergnügen. Sanft gleiten die „Bretter“ über den pulvrigen Untergrund – es gibt kaum etwas Schöneres als eine frische Schicht Pulverschnee auf der Piste. Diese Art kommt vorwiegend in den Alpenregionen vor. Doch gibt es auch eine Region außerhalb Europas, die mit ihrem Pulverschnee hervorsticht – die Rocky Mountains. Hier findet man Champagne Powder, besonders weichen und trockenen Pulverschnee, der auch öfters als „der beste Schnee der Welt“ bezeichnet wird.

 

„Nasser Schnee“

 

Sind die Temperaturen höher und die Luft feuchter, so fällt Feuchtschnee. Dieser klebt unter Druck zusammen und eignet sich somit gut zum Bauen von Schneemännern, Iglus etc. Die Steigerung von dem Ganzen ist Nassschnee, der in Skigebieten als Sulzschnee auftritt.

Dann gibt es noch den Firnschnee bzw. Altschnee, der mindestes ein Jahr alt ist. Als Firn wird aber auch die oberflächliche, weiche Schicht bezeichnet, die sich im Frühling durch die Sonneneinstrahlung und hohe Lufttemperaturen auf einer Harschfläche bildet. Dieser Schnee ist neben dem „Powder“ die wahrscheinlich beliebteste Art.

Zu guter Letzt bleibt noch der Schnee übrig, der die meisten Skigebiete in schneearmen Wintern und im Frühling rettet – technischer Schnee. In vielen Regionen und Bergbahnen ist technische Beschneiung ein Muss geworden, um Skivergnügen bereits im November zu gewährleisten.

Doch was ist denn nun besser: Technischer- oder Naturschnee?

Der größte Unterschied zwischen den beiden liegt in der Beschaffenheit. Während der Naturschnee aus sechseckigen Kristallen besteht und dadurch leicht und luftig ist, kommt der technisch erzeugte Schnee eher rund und kugelig aus den Schneekanonen. Bei der Produktion  werden feine Wassertropfen mit hohem Tempo hinausgepresst und dem Schnee bleibt nur wenig Zeit zum Gefrieren und auf die Piste zu fallen. Der Naturschnee hingegen fällt schon durch mehrere eisig-kalte Luftschichten und hat somit ausgiebig Zeit, größer und lockerer zu werden – und das hat Folgen, die beim Skifahren spürbar sind.

Insgesamt lässt es sich auf beiden Schneearten gut Skifahren. Technisch erzeugter Schnee hat den Nachteil, dass er durch seinen erhöhten Wasseranteil schneller vereist und es somit zu unliebsamen Eisplatten auf den Pisten kommt. Rennfahrer wissen jedoch die Vorteile zu schätzen: Er schmilzt langsamer, lässt dadurch höhere Geschwindigkeiten zu und lässt auch einen harten Carvingski voll zum Zug kommen.

Also summa summarum: Beides hat seine Vor- und Nachteile. Aus den Skigebieten sind Schneekanonen jedoch nicht mehr wegzudenken, denn ohne technische Beschneiung kann in den meisten Skigebieten, die unter 1000 Meter liegen, keine Schneesicherheit gewährleistet werden.

Bleibt nur zu hoffen, dass Frau Holle uns trotzdem noch viele Jahre mit der weißen Pracht vom Himmel eindeckt und wir uns nicht ausschließlich auf technische Schnee-Erzeugung verlassen müssen.

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