Seilbahn und Wind – ein ständiges Auf und Ab

Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint aber trotzdem kein Vorankommen der Seilbahn. Warum? Der Wind ist schuld! Immer wieder müssen Bergbahnen kurzfristig den Liftbetreib einstellen, um ein sicheres Auf und Ab der Skifahrer zu gewährleisten. Ärgerlich, aber durchaus nicht unbegründet, denn bei mehr als 60 km/h Seitenwind ist Schluss mit lustig.

Vor der täglichen Inbetriebnahme der Seilbahnen muss je nach Wetterlage abgestimmt werden, welche Lifte geöffnet und welche aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben müssen. Anhand von meteorologischen Prognosen und Beobachtung der Windverhältnisse im Skigebiet, kann bereits vorab für Sicherheit gesorgt werden. Besondere Herausforderung sind dabei insbesondere Verbindungslifte zwischen zusammenhängenden Skigebieten. Sofern diese nicht frühzeitig geschlossen wurden, können im Laufe des Tages Probleme mit dem Rücktransport der Gäste auftreten.  Kommt es nun zum Ernstfall, sind Bahnbetreiber bereits im Vorhinein abgesichert und Gäste frühzeitig informiert werden.

Bei welcher Windgeschwindigkeit  der Betrieb von Sessellift oder Gondel eingestellt werden müsste, hängt vom jeweiligen Standort und Beschaffenheit der Seilbahn ab. Im Allgemeinen gelten jedoch strenge Sicherheitsvorschriften die eingehalten und fortlaufend kontrolliert werden müssen. In Bezug zu Wind und Wetterverhältnissen wird dabei besonders der ordnungsgemäße Abstand der Seilbahn Stützen überprüft.

Doppelmayr-Pressesprecher Ekkehard Assmann beschreibt im ORF Vorarlberg-Interview weiters, dass insbesondere die Klemme entscheidend ist, anhand derer beispielsweise der Sessel  am Seil befestigt wird. Mit einer einfach Rechnung kann die Belastbarkeit dieser Klemme veranschaulicht werden: Das Gewicht eines vollbesetzten 6er-Sessel liegt bei rund 1,2 Tonnen, die Klemme greift mit einer Kraft von ungefähr  50 Kilonewton. Grob überschlagen würde es also mehr als 5 Tonnen benötigen, um den Sessel aus den Angeln zu heben. Als Grundsatz kann so vermerkt  werden, dass je schwerer ein Fahrzeug, desto windsicherer ist es.

Selbst bei starken Windböen ist also ein hoher Kraftaufwand nötig, um eine Seilbahn zum Sturz zu bringen. Doch da es kein Vergnügen bereitet, in einer wild schaukelnden Gondel auf Hilfe zu warten,  liegt das Vertrauen in der Erfahrung und dem Wissen der Bergbahnen, um frühzeitig bei Wind einzugreifen.

Foto: (c) Seilbahn Bezau - Bregenzerwald

 

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