Skisaison ist Kniesaison: Verletzungsrisiko beim Skifahren.

Einmal nicht aufgepasst und schon wirbelt der Schnee nur so. Verletzungen beim Skifahren reichen von kleinen blauen Flecken bis hin zum Nottransport in die Unfallchirurgie. Überdramatisiert? Zahlen sprechen da etwas anderes. Mehr als 40.000 Verletzte werden jährlich aufgrund von Skiunfällen in den örtlichen Krankenhäusern behandelt. Gewappnet auf den drohenden Ansturm, lautet das Motto der Ärzte dort oft nur scherzhaft: Skisaison ist Kniesaison.

Statistiken zeigen, dass über 41% aller Skiverletzungen das Knie betreffen. Kreuzband, Seitenband oder Meniskus können beim Verdrehen des Knies, schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Während Bänder meist diffus einreißen, kann ein gerissener Meniskus unbehandelt zu erheblichen Knorpelschaden führen. Wer also Schmerztabletten nicht wie Ticktacks einwerfen möchte, sollte sich daher umgehend in ärztliche Behandlung geben. Neben unfreiwilligem Kniefall sind jedoch auch Schulter, Rumpf, Arme, Hände und Armgelenke mögliche Ausweichvarianten.

Damit es erst gar nicht zum Ernstfall kommt, sollten ambitionierte Skifahrer bereits vor Saisonstart mit gezieltem Ausdauertraining beginnen. Skifahren benötigt Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Beweglichkeit und eine gute Reaktionskraft. Bei guter Kondition lassen sich ausgedehnte Skitage noch besser genießen und beugen zusätzlich dem Verletzungsrisiko vor. Denn eines ist sicher, ein trainierter Körper steckt einen Aufschlag besser weg als ein untrainierter.
Wenn jedoch die Zeit und Motivation fehlt, bereits vor Saisonstart mit dem Training zu beginnen, kann mit folgenden Tipps zusätzlich für mehr Sicherheitsgefühl und Schutz sorgen.

1. Passende Ausrüstung wählen
Die alten Ski aus dem Keller geholt und los auf die Pisten? Keine gute Idee. Damit die Kanten wieder im Schnee greifen und das „Carven“ leicht aus den Hüften geht ist ein Service und das richtige Equipment oft hilfreich. Zusätzlich sollte die Ausrüstung auch immer an das können und den Fahrstil des Skisportlers angepasst sein. Und wer stolz zu Weihnachten seine neuen Skischuhe präsentiert, sollte daran denken, diese vor dem ersten Skiausflug unbedingt gut einzugehen. Bei schmerzenden Druckstellen und Blasen vergeht einem sonst schnell die Lust.

2. Wer Köpfchen hat der schützt es
Ein Helm ist nur etwas für Kinder? Nein, definitiv nicht! Und uncool sind sie auch nicht, ganz im Gegenteil. Folgt man dem Gruppenzwang, so sieht man auf den Skipisten fast nur noch geschützte kluge Köpfchen. Also immer Helm auf, denn bei Stürzen kann so das schlimmste vermieden werden.

 

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3. Nicht übertreiben
Wer einen längeren Skiurlaub plant sollte auch daran denken, auch Pausen einzuplanen. Das Skifahren macht jede Menge Spaß, doch beansprucht den Körper. Ausgelaugt und kraftlos passierten in Unachtsamkeit schneller Unfälle. Also lieber einmal mehr in der Hütte einkehren. Eine heiße Schokolade hat noch niemanden geschadet. Und wer noch am zweiten Tag, schmerzfrei durch den Schnee wirbeln möchte sollte gutes Aufwärmen und Dehnen nicht vergessen. So bleibt der Muskelkater zuhause und der Winterurlaub bleibt ein voller Genuss.

Bildnachweis: www.skiinfo.de (c) Christoph Jorda | www.christophjorda.com

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