Königliches Opening!

Wir schreiben den 15.03.2020. Von jetzt auf gleich steht alles still. Keine Menschenansammlungen vor den Ticketschaltern, kein vergnügliches Wedeln auf den verschneiten Hängen, die Motoren verstummen. Die Wintersaison ist (zu) früh zu Ende. All das ist Teil der Geschichte. Die Corona-Pandemie ist nunmehr längst ein Stück Alltag, beschäftigt die ganze Welt Tag ein, Tag aus. Auch im Königreich des Schnees, dem Stubaier Gletscher, ist seither vieles anders. Noch nie blieb das größte Gletscherskigebiet Österreichs so lange „Außer Betrieb“. Knapp 4 Monate sind nun vergangen, die Mitarbeiter in Kurzarbeit, viele Monate der großen Unsicherheit. Gemeinsam mit Catherine Propst, Marketingleitung am Stubaier Gletscher, lassen wir diese Monate noch einmal Revue passieren und werfen auch einen Blick zurück auf das langersehnte Sommer-Opening vergangenen Samstag (04. Juli).

Frau Propst, wie haben sie den 15.03.2020 in Erinnerung?

Es war für uns alle natürlich etwas ganz Neues. Keiner wusste was geschieht, diese Situation kannten wir nicht. Unser letzter Betriebstag war der 15.03.2020, ab Mittag haben wir unsere Arbeiten eingestellt und die 2.200 Skigäste langsam vom Berg geholt bzw. alle aufgefordert das Skigebiet zu verlassen.

Wie haben sie die Wochen im Anschluss und den Lockdown erlebt?

Gewisse Momente der Ratlosigkeit und Ungewissheit waren natürlich in dieser Zeit vorhanden, welche aber durch gute (interne) Kommunikation, Strukturierung und Aufgabenverteilung beseitigt worden sind. In den ersten Tagen nach der Schließung ging es um die Orientierung, die Umstellung und die Vorbereitung auf die Kurzarbeit. Über 40 Mitarbeiter mussten ihre Saisonarbeit dann kurzfristig beenden.

Welche Arbeiten konnte man in der Zwischenzeit machen?

Wir haben die Revision vorgezogen und an unseren Schneedepots gearbeitet. Unser Ziel war es, dass wir für einen möglichen Sommerstart frühzeitig und bestmöglich vorbereitet sind.

Eben dieser Sommerstart ging nun am Samstag über die Bühne. Wie froh sind sie, dass der Betrieb nun endlich wieder aufgenommen wurde?

Wir sind alle wahnsinnig froh und hoffen jetzt auf einen guten Sommer. Wir wollen unseren Gästen ein Ort sein, der ein Gefühl von Freiheit vermittelt. In der Natur ist es schließlich am Schönsten. Auch für uns als Mitarbeiter kommt nun ein bisschen Struktur in den Arbeitsalltag, seit 01. Juli hat auch die Belegschaft zu einem gewissen Teil ihre Normaltätigkeit wieder aufgenommen. Wir haben auch unsere Hausaufgaben gemacht, alle Hygieneanforderungen und Vorkehrungen sind erfüllt. Wir freuen uns jetzt einfach riesig, das Opening hat schon mal einen guten Vorgeschmack gegeben, wir sind sehr zufrieden.

Gibt es eine gewisse Erwartungshaltung für die Sommermonate?

Nein, nicht wirklich. Wir hoffen, dass die Fallzahlen in Österreich weiter gering bleiben, keine zweite Welle eintritt. Im Hintergrund laufen derzeit schon die Vorbereitungen auf den kommenden Winter, wir müssen auch hier unsere Hausaufgaben machen.

Vielen Dank für das Gespräch.