Stichtag für den Wintertourismus!

Der Tourismus in Österreich blickte diesen Donnerstag gespannt nach Wien. Die Bundesregierung verkündete in einer großen Pressekonferenz zum Thema Wintertourismus das Maßnahmenpaket sowie die Verordnungen für die kommende Wintersaison. Große Überraschungen blieben dabei aus.

24.09.2020, 10:02: Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) eröffnete die Wintertourismus-Pressekonferenz mit dem dringlichen Hinweis, dass das Verständnis für die derzeitige Situation und die damit einhergehenden Maßnahmen in der Bevölkerung nicht ausreichend vorherrscht. „Unsere Fallzahlen sind derzeit zu hoch und an dieser Tatsache gilt es mit allem Nachdruck zu arbeiten. Wir müssen diese Zahlen drücken und niedrig halten. Vor allem mit Blick auf einen wichtigen Wirtschaftssektor, den Tourismus, müssen wir etwaige Reisewarnungen verhindern. Es geht neben der Gesundheit der Bevölkerung auch um die Sicherung der Arbeitsplätze. Schließlich ist der Tourismus Teil unserer Identität“, erklärte Kurz.

Um die diesjährige Wintersaison bestmöglich zu beschreiten, stellte die Bundesregierung rund um Bundeskanzler Sebastian Kurz und Tourismusministerin Elisabeth Köstinger das langersehnte Verordnungspaket vor. Größere Einschnitte betreffen dabei, wie erwartet, das Thema Apres Ski, begrenzte Personengruppen bei Skikursen oder die Gastronomie in den Skigebieten. Köstinger stellte im Rahmen ihrer Ausführungen klar. „Im Wintertourismus geht es um weit mehr als Wintersport. Es geht auch um die Existenzgrundlage tausender Menschen die in diesem Wirtschaftssektor direkt oder indirekt tätig sind. Dieser Verantwortung wollen wir dann auch gerecht werden“, so Köstinger.

„Skivergnügen ja, aber ohne Apres-Ski“, sagte auch Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP). Dem schloss sich Wirtschaftskammer-Präsident Harald Mahrer an. Tirols Landeshauptmann Günther Platter (ÖVP) betonte, dass man den Tourismus als Gesamtheit sehen müsse und nicht ein kleiner Teil des Nachttourismus die ganze Branche gefährden dürfe.

Für viele Skigebiete stellen diese Verordnungen naturgemäß große Hürden dar, logistische Hausaufgaben wurden aber bereits über den Sommer gemacht. So startet etwa der Stubaier Gletscher, Österreichs größtes Gletscher Skigebiet, am 02. Oktober in die neue Skisaison. Die Vorkehrungen decken sich dabei mit den Verordnungen und betreffen die Gastronomie, Abstandsgrenzen sowie den Mund-Nasen-Schutz.

Die Verordnungen im Überblick

Beherbergung:

In der Beherbergung gelten jene Regeln, die sich auch schon im Sommer sehr gut bewährt haben:

  • Mindestabstand von einem 1 Meter zwischen Gästegruppen
  • MNS-Pflicht für Mitarbeiter mit Kundenkontakt sowie für Gäste in allgemein zugänglichen Räumen
  • Abstimmung zwischen Tourismus und Gesundheitsbehörden wird optimiert, um bei Verdachtsfällen optimal abgestimmt handeln zu können.

Seilbahnen:·

Es gelten die Regeln der Maßnahmenverordnung:

  • Maskenpflicht in Gondeln
  • Beim Anstellen ist der 1-Meter-Sicherheitsabstand einzuhalten

Für Skischulen gilt auch die Empfehlung:·

  • Maximale Gruppengröße zehn Personen
  • Keine Veränderung bzw. Durchmischung der Gruppen
  • Kostenlose Coronatests für Skilehrerinnen und Skilehrer im Rahmen der Initiative „Sichere Gastfreundschaft“