Feiern mit Fragezeichen?

Die Temperaturen nehmen ab, die goldene Herbstsonne verzaubert in den kommenden Wochen die Berge und die Natur. Nach speziellen Sommermonaten zieht nun die bunte Jahreszeit in das Land und läutet damit auch die neue Skisaison ein. Die 5 Tiroler Gletscher öffnen bereits Mitte/Ende September ihre Pforten und begeben sich dabei auf sehr ungewisses Terrain. Wie in den vergangenen Monaten sind viele Fragen offen, vor allem das sensible Thema Apres Ski beschäftigt die Seilbahnbranche, Touristiker sowie Politik unisono. Klarheit suchen alle Parteien vergebens.

„Es ist fünf nach zwölf“, tönte WKÖ-Seilbahnobmann Franz Hörl unlängst im Hinblick auf die kommende Wintersaison und die vielen ungeklärten Fragen. Vor allem die Unsicherheit für die Touristiker zum Thema Apres Ski ist deutlich zu spüren. Hörl fordert eine schnelle und bundesweite Lösung. „Es geht darum Kontrolle über die Veranstaltungen und Parties zu bekommen. Sprich, ein kontrolliertes Apres Ski ist sicher besser als eine Party in den Seitengassen.“ Vorschläge wie Zwischensperrstunden in den Lokalen im Sinne der Hygienemaßnahmen wären eine zusätzliche Option.

Sollte die Politik das Thema hingegen vollends verbieten wollen, müsste es für Hörl dementsprechend Ausgleichszahlungen bzw. Entschädigungen für die Betriebe geben, denn „3 Prozent der Umsätze könnten 97 Prozent der Saison gefährden.“

Derzeit hält diese Causa auch die bundesweite Politik in Atem. Die bevorstehende Wintersaison beschäftigt die Gremien und die Regierungsmitglieder. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) stellte vor einigen Tagen Wintertourismus „unter ganz spezifischen Rahmenbedingungen“ in Aussicht. Diese speziellen Verordnungen sind laut Ministerium gerade in der finalen Ausarbeitung, das betrifft auch die maßgebenden Regeln für Apres Ski. Anschober strebt überregionale Standards für den gesamten zentraleuropäischen Wintersport mit Italien, Frankreich und der Schweiz an, damit keiner einen Wettbewerbsnachteil habe. Ob dafür die nötige Zeit vorhanden ist, scheint mehr als fraglich.

Unterdessen haben sich die Seilbahnbetriebe sowie der Tourismus generell pro aktiv um eigene Verordnungen und Verhaltensregeln gekümmert. Der knappe Zeithorizont zwingt schließlich zum Handeln. Ob freiwillige Testungen für die Mitarbeiter, Krisenmanagement für etwaige positive Fälle, Abstandsregeln oder Maskenpflicht im Anstellbereich sowie eine kürzere Verweildauer in den jeweiligen Bahnen – die Bereitschaft zum Handeln sowie das Signal der Branche ist deutlich. Die Temperaturen nehmen ab, der Herbst hält Einzug – die Zeit drängt.

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