Mit grünem Gewissen auf die Piste?

Klimaneutrale und klimafreundliche Wintersportgebiete

Schneekanonen, Lifte, Seilbahnen, Hotelanlagen – und nicht zu vergessen die An- und Abreise – sind wahre Energiefresser. Ist Skifahren oder Snowboarden in Zeiten der Erderwärmung und des Klimawandels überhaupt noch eine Option? Immer mehr Wintersport-Resorts in Österreich sind sich der Tragweite für die Umwelt bewusst, und bemühen sich intensiv um eine nachhaltigere, entschleunigtere Entwicklung für ihr Gebiet und ihre Region. Inzwischen zeigt eine Vielzahl an Skigebieten mit umfassenden Klima- und Umweltprogrammen, dass es auch anders geht.

In den letzten Jahren haben es viele österreichische Lift- und Seilbahnbetreiber geschafft, ihren CO2-Abdruck auf ein Minimum zu reduzieren. Sie verzichten weitgehend auf künstlich präparierte Pisten, bieten eine gute Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel an, vermeiden Abfälle, sparen Ressourcen und setzen auf regenerative Energien. Wir haben drei dieser österreichischen Wintersportgebiete, die sich nachhaltig für den Klimaschutz einsetzen, genauer unter die Lupe genommen, und verraten wo Sie diesen Winter möglichst ressourcenschonend Ski oder Snowboard fahren können, sobald Österreichs Skigebiete wieder ihre Tore öffnen dürfen.

  • Skigebiet Wildkogel – Neukirchen/Bramberg

Hier deckt eine Photovoltaik-Anlage stolze 75 Prozent des gesamten Strombedarfs der Wildkogelbahnen. Außerdem ist die Wildkogel-Arena Mitglied bei den Alpine Pearls, die sich innovativen, nachhaltigen und klimaschonenden Tourismusangeboten verschrieben haben. Die Alpine Pearls wurden 2006 für einen umweltfreundlichen Tourismus in den Alpen gegründet. Im Sinne von „sanfter Mobilität im Winter“ mit stressfreier An- und Abreise mit Bus oder Bahn stehen in der gesamten Wildkogel-Arena gratis Skibusse mit Anbindung zu Linienbussen und Bahn zur Verfügung sowie ein zusätzlich eingerichteter Rodlerzug. Somit wird das Verkehrsaufkommen in der Bergregion massiv entlastet und der CO2-Ausstoß erheblich verringert.

  • Schmittenhöhe – Zell am See

Die Schmittenhöhe in Zell am See, bisher das einzige EMAS-zertifizierte Seilbahnunternehmen in Europa, baut ihr Engagement für den Umwelt- und Klimaschutz ständig aus. Das Gebiet setzt auf den vermehrten Einsatz von Sonnenenergie und Elektrofahrzeugen. Zudem ist das Verwaltungsgebäude als Niedrigenergiehaus konzipiert, die Abwärme der Seilbahn wird bereits seit 1988 zur Beheizung genutzt und die Pistenfahrzeuge wurden für den Erdgasbetrieb umgebaut. Auch bei der Beschneiung setzt die Region mithilfe der digitalen Schneehöhenmessung auf niedrigen Ressourceneinsatz und geringe Umweltbelastung. Durch die Schneehöhenmessung mittels GPS in den Pistengeräten wird Schnee nur dort erzeugt, wo er benötigt wird. Das spart nicht nur Wasser, sondern auch Pistenmaschinenstunden.

  • Ischgl/Samnaun – Silvretta Arena

Ischgl, eines der größten Skigebiete Österreichs, sieht sich beim Klimaschutz in einer Vorreiterrolle. Unterstützt von Vitalpin und ClimatePartner, hat die Sivrettaseilbahn AG 2019 mit der Einreichung der Klimaneutralität ein wichtiges Zeichen für den Umweltschutz in Skigebieten gesetzt. Ab dem 1.1. 2021 werden alle Seil- und Sesselbahnen, Bergrestaurants, Schneeanlagen, etc. zu 100% mit Ökostrom aus Österreich – vor allem aus regionaler Wasserkraft – betrieben. Durch Solar- und Wärmerückgewinnungsanlagen können pro Jahr ca. 80.000 Liter Heizöl gespart werden. Auch bei der Beschneiung und Pistenpräperierung wird dank Schneehöhenbemessung ressourcenschonend gearbeitet.

Zusätzlich unterstützt das Skigebiet neben zertifizierten Aufforstungsprojekten in Peru auch regionale Aufforstungsprogramme im Paznaun und in Ischgl. Im Sommer werden außerdem viele Pistenbereiche gemäht, gemulcht, gedüngt und begrünt, um die natürliche Erholung zu unterstützen. Die Silvrettaseilbahn AG plant ihren CO2-Abdruck in Zukunft noch weiter zu verkleinern. Beispielsweise soll die neue Silvretta Therme, die in der Wintersaison 2022/2023 in Betrieb geht, weitestgehend mittels Erdwärme beheizt werden. Somit würden jährlich zusätzlich 1.300 Tonnen CO2 eingespart werden.

Abschließend unsere Tipps für ein umweltfreundlicheres Skierlebnis auf einen Blick:
  • Nachhaltige Wintersportgebiete wählen

Vergleichsportale, wie skiresort.at, bieten einen zusätzlichen, umfassenden Überblick über die umweltfreundlichsten Skigebiete Österreichs. Erkundigen Sie sich auch direkt bei den österreichischen Seilbahnbetreibern.

  • Entscheiden Sie sich für eine grüne Unterkunft

Auch viele österreichische Hotels und Pensionen haben sich dem Klima- und Umweltschutz verpflichtet und setzen sich ebenso kulinarisch für Regionalität und Nachhaltigkeit ein.

  • Umweltfreundliche Anreise mit Bus, Bahn oder Fahrgemeinschaft

Bis zu 80 Prozent des CO2-Ausstoßes im Wintertourismus sind auf die An-und Abreise zurückzuführen. Reisen Sie daher lieber mit Bus oder Bahn an. Erkundigen Sie sich auch nach vergünstigten Kombi-Tickets. Die meisten Skigebiete bieten zudem gratis Skibusse innerhalb der Regionen an.

  • Auf nachhaltige Ausrüstung achten

Achten Sie darauf, dass Ihre Ausrüstung umweltfreundlich und fair produziert wurde – und auch ob sie aus recycelbaren Materialien besteht. Bei der Auswahl helfen Siegel, wie IVN Best, GOTS, Bluesign® oder Made in Green.

  • Bleiben Sie auf der Piste

Verzichten Sie den Tieren und Pflanzen zuliebe auf Abfahrten abseits der Piste.

Gastautor: Isabel Inhoven

Ähnliche Beiträge

3G-Regel mit Fragezeichen

Die heimischen Gletscher sind bereits erfolgreich in die neue Wintersaison gestartet. „Normalzustand“ wird es im Wintersport aber auch in den kommenden Monaten kaum einen geben.

Mehr lesen »

Wiedersehen mit viel (Vor)Freude

Über eineinhalb Jahre Tagungsfreie Zeit hatten vergangene Woche ein Ende. Mit der Seilbahntagung in Mariazell (Steiermark) wurde auch hier der COVID-Pause Ade gesagt, ein interessanter

Mehr lesen »

Brixnerstraße 3/3 | 6020
Innsbruck | Austria
Tel. +43.512.34 24 21 0
Fax +43.512.34 24 21 30
E-Mail: marketing@seilbahnpartner.at
Web: www.seilbahnpartner.at