Sich durch den Winter husten? Ab in die Berge!

Ob Bergsteigen, Skifahren, Skitourengehen oder Wandern (im Schnee) – der alpine Raum birgt zahlreiche Möglichkeiten, etwas für die eigene Gesundheit zu tun. Ein wichtiger Steigbügelhalter zu mehr Vitalität ist die vom Tourismus geschaffene Infrastruktur.

Die Rolle der touristischen Infrastruktur zur Gesunderhaltung und Vitalität

Die von Einheimischen und Gästen stark genützte touristische Infrastruktur erhöht durch die Wertschöpfungseffekte nachweislich die Lebensqualität in den Alpen. Doch damit nicht genug. Das Projekt des Interreg-Programmes Österreich-Italien WinHealth macht aktuell darauf aufmerksam, dass sich Aufenthalte in Höhen zwischen 1.500 und 2.000 Metern nachhaltig positiv auf die Gesundheit auswirken. Da die touristische Infrastruktur für viele Menschen die Bewegung in höheren Lagen überhaupt erst möglich macht, leistet sie einen wertvollen Beitrag zur Volksgesundheit. Wie das konkret aussieht? Bergbahnen verschaffen Einheimischen wie Gästen Zugang zu weitläufigen Wander- und Skigebieten in hochalpinen Lagen, Wegenetze von Tourismusverbänden, Alpenvereinen, etc. ermöglichen Touren und bringen Wanderer und Mountainbiker sicher ans Ziel, touristisch motivierte Almpflege verhindert Verbuschung und Verwaldung und erhält die Zugänglichkeit, Hütten laden zur Rast. So trägt die touristische Infrastruktur auf vielerlei Weise dazu bei, dass breite Bevölkerungsschichten die gesundheitsfördernden Aspekte der Berge in mittleren und hohen Lagen ausschöpfen können. Nicht umsonst sind die Alpenbewohner laut Studien gesünder als ihre Mitbürger aus dem Flachland.

So viel Gesundheit steckt im alpinen Winter

Jede Bewegung im Freien tut gut. Studien zeigen, dass körperlich aktive Menschen ein geringeres Risiko aufweisen, chronische und schwerwiegende Erkrankungen zu entwickeln - wie zum Beispiel Bluthochdruck, Depressionen, Diabetes, Herzkrankheiten und Schlaganfall. Der Bewegung in den Bergen kommt in puncto gesundheitsfördernder Wirkung eine spezielle Rolle zu. Die Höhe hat gemäß der AMAS 2000-Studie eine positive Wirkung auf die Schlafqualität, den Puls und das allgemeine Wohlbefinden. Zudem reduziere sie Müdigkeit, Energielosigkeit, Unkonzentriertheit sowie körperliche Beschwerden.

Warum sich ein sportlicher Aufenthalt in hochalpinen Lagen so nachhaltig positiv auf die Gesundheit auswirkt

Wir präsentieren einige der von WinHealth genannten Faktoren:

  • Faktor 1: Die thermische Wechselwirkung von kalt und warm wirkt abwehrstärkend und hat eine positive Wirkung auf Körper und Geist.
  • Faktor 2: Die Dreidimensionalität unebener, ansteigender und abfallender Berglandschaften, steigert die Wahrnehmung und erfordert abwechslungsreiche Bewegungsabläufe. Diese stärken wiederum die Muskulatur.
  • Faktor 3: Die Höhensonne regt mit ihrer UV-Strahlung die körpereigene Produktion des „Glücksstoffs Vitamin D“ an und stärkt unser Immunsystem.
  • Faktor 4: Die Höhenluft ermöglicht aufgrund des geringen Vorhandenseins von Allergenen auch Allergikern ein Durchatmen.

Glücksfaktor Berg

Nicht hoch genug einschätzen kann man zudem die positive Wirkung auf die Psyche, die sich dann einstellt, wenn sich Horizonte öffnen und Ausblicke auf die imposanten Alpengipfel auftun. Eine Studie der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität Salzburg, der Universität Innsbruck und des Österreichischen Alpenvereins zeigt, dass bereits eine Wanderung von rund drei Stunden positive Auswirkungen auf die psychische Gesundheit hat. Verantwortlich dafür ist unter anderem ein reduzierter Cortisolspiegel.

Beweg dich gesund – in den Alpen

Die Berge sind für Einheimische wie für Besucher ganzjährig der ideale Stärkungsort, wobei die touristische Infrastruktur als einer der Wegbereiter zu mehr Vitalität betrachtet werden kann. Die gesundheitsfördernde Wirkung der heilsamen Bewegung in den Bergen sollte in der Kommunikation mit Einheimischen und Gästen – hier konkret im Tourismusmarketing - einen verstärkten Stellenwert erfahren. Die Studienergebnisse legen nahe, neue Gesundheitstourismus-Angebote anzudenken.

„Die touristische Infrastruktur hat einen doppelten positiven Effekt auf unsere Lebensqualität. Die touristischen Wertschöpfungsketten sorgen für Wohlstand in den Alpen und die Infrastruktur fördert die Volksgesundheit, indem sie Anreize zur Bewegung in der Höhe schafft und diese oft erst möglich macht.“

Theresa Haid, Vitalpin

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